Endo­the­lia­le Keratoplastik

Glaukompatienten haben erhöhtes Risiko für eine Re-Keratoplastik

11. Februar 2021

ODENTON (Bier­mann) – In einer popu­la­ti­ons­ba­sier­ten Studie auf Grund­la­ge der Medi­ca­re-Daten der Jahre 2010 bis 2019 von Pati­en­ten im Alter ab 65 Jahren analy­sier­ten ameri­ka­ni­sche Ophthal­mo­lo­gen mögli­che Risi­ko­fak­to­ren und Häufig­keit einer Re-Kera­to­plas­tik nach vorher­ge­hen­der endo­the­lia­ler Keratoplastik.
Es fanden sich in den vorlie­gen­den Daten insge­samt 94.829 durch­ge­führ­te endo­the­lia­le Kera­to­plas­ti­ken (71.040 Pati­en­ten), welche in die Studie einge­schlos­sen werden konnten.

Über die Studi­en­zeit musste bei 11.013 Augen eine erneu­te Kera­to­plas­tik durch­ge­führt werden. Die Gesamt­wahr­schein­lich­keit für eine Re-Kera­to­plas­tik lag bei 6,1% nach sechs Mona­ten, bei 7,6% nach einem Jahr, bei 14,3% nach fünf Jahren und bei 16,9% nach acht Jahren. Bei vorhe­ri­gem Trans­plan­tat­ver­sa­gen war die Wahr­schein­lich­keit für eine erneu­te Kera­to­plas­tik am höchs­ten (10,2% nach einem Jahr, 29,9% nach acht Jahren). Pati­en­ten mit Fuchs´scher Endo­thel­dys­tro­phie benö­tig­ten nach einem Jahr in 6,4%, nach acht Jahren in 11,4% eine erneu­te OP, während Pati­en­ten mit bullö­ser Kera­topa­thie und/oder Horn­haut­ödem in 8,6% und 22% eine erneu­te Trans­plan­ta­ti­on benötigten.

In weite­ren Analy­sen fanden sich als Risi­ko­fak­to­ren: schwar­ze Haut­far­be (hazard ratio [HR]: 1,29; 95% Konfi­denz­in­ter­vall [CI]: 1,20 – 1,38), asia­ti­sche Herkunft (HR: 1,26; 95% CI: 1,10 – 1,45), ein bestehen­des Glau­kom (HR: 1,53; 95% CI:1,46 – 1,60), vorhe­ri­ge Glau­kom­ope­ra­tio­nen (HR: 1,26; 95% CI: 1,18 – 1,35) sowie gleich­zei­ti­ge Glau­kom-Eingrif­fe (HR: 1,31; 95% CI: 1,20 ‑1,44). Je häufi­ger Chir­ur­gen den Eingriff durch­führ­ten, desto gerin­ger waren die Risi­ken der Pati­en­ten für einen erneu­ten Eingriff. Pati­en­ten von Ärzten, die ihr Studi­um mehr als 30 Jahre zuvor abge­schlos­sen hatten, wiesen ein erhöh­tes Risiko für Re-Opera­tio­nen auf als Pati­en­ten von Ärzten, deren Abschluss inner­halb der letz­ten zehn Jahre erwor­ben wurde (HR: 1,16; 95% CI: 1,10 – 1,23).

Zusam­men­fas­send müsse bei Schwar­zen, Asia­ten, Glau­kom­pa­ti­en­ten und Pati­en­ten mit Glau­kom­ope­ra­tio­nen mit einem höhe­ren Risiko für die Notwen­dig­keit einer Re-Kera­to­plas­tik gerech­net werden. Für genaue­re Analy­sen insbe­son­de­re des höhe­ren Risi­kos bei schwar­zen oder asia­ti­schen Pati­en­ten würden weite­re Studi­en benö­tigt. (ak)

Autoren: Zafar S et al.
Korrespondenz: dsrikum1@jhmi.edu
Studie: Risk Factors for Repeat Keratoplasty after Endothelial Keratoplasty in the Medicare Population
Quelle: Am J Ophthalmol. 2021 Jan;221:287-298.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2020.08.006

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