Endo­ph­thal­mi­tis nach Stra­bis­mus­ope­ra­ti­on

Folgen bei kleinen Kindern können schwerwiegend sein

18. Juni 2020

ROTTERDAM (Bier­mann) – Wie die Autoren einer neuen Studie berich­ten, können von einer Endo­ph­thal­mi­tis nach Stra­bis­mus-Opera­ti­on (endo­ph­thal­mi­tis after stra­bis­mus surge­ry [EASS]) sowohl Kinder als auch ältere Menschen betrof­fen sein, wobei sie aber bei klei­nen Kindern schwer­wie­gen­de Folgen nach sich ziehen kann.

Eine EASS tritt nach Rück­la­ge­rung des Muscu­lus rectus media­lis bei Kindern und unter Umstän­den ohne sklera­le Perfo­ra­ti­on auf. Pati­en­ten­al­ter und Perfo­ra­ti­on beein­flus­sen nach Anga­ben der Studi­en­au­toren viele andere Para­me­ter, die das Auftre­ten und die Fulmi­nanz einer EASS bestim­men.

Für die kürz­lich veröf­fent­lich­te Studie beant­wor­te­ten Ophthal­mo­lo­gen, die eine EASS diagnos­ti­ziert oder behan­delt hatten – oder eine Opera­ti­on durch­ge­führt hatten, nach der eine solche aufge­tre­ten war – 71 Fragen in einem Fall­be­richt.

Um die alters­spe­zi­fi­sche Inzi­denz pro Anzahl der Stra­bis­mus­ope­ra­tio­nen in den Nieder­lan­den während des Zeit­rau­mes 1994–2013 zu bestim­men, vergli­chen die Autoren die Alters­ver­tei­lung nieder­län­di­scher Fälle mit der alters­spe­zi­fi­schen Rate bezüg­lich Stra­bis­mus­ope­ra­tio­nen im nieder­län­di­schen Regis­ter für Stra­bis­mus­ope­ra­tio­nen sowie mit Bevöl­ke­rungs­da­ten.

Bei 6 Pati­en­ten wurde der Immun­sta­tus bestimmt, 5 enukle­ier­te Augen wurden histopa­tho­lo­gisch unter­sucht.

Keiner der 26 Pati­en­ten (27 Augen mit EASS) war zwischen 9 und 65 Jahre alt, mit Ausnah­me eines Pati­en­ten mit Netz­haut­blu­tung und einer Endo­ph­thal­mi­tis in deren Folge. In den Nieder­lan­den betrug die EASS-Rate im Zeit­raum 1994–2013 unge­fähr 1 pro 11.000 Stra­bis­mus-Opera­tio­nen, jedoch 1 pro 4300 für Kinder im Alter von 0–3 Jahren und 1 pro 1000 für Pati­en­ten ab 65 Jahren.

Eine Endo­ph­thal­mi­tis wurde an den post­ope­ra­ti­ven Tagen 1–4 bei Kindern im Alter von 0–3 diagnos­ti­ziert. Bei allen 15 Kindern im Alter von 0–5 Jahren waren die 16 betrof­fe­nen Augen phthi­sisch, evis­ze­riert oder enukle­iert. Bei dem invol­vier­ten Augen­mus­kel war in 25 von 27 Fällen eine Rück­la­ge­rung vorge­nom­men worden. Bei 15 von 16 Kindern im Alter von 0–6 Jahren handel­te es sich um den M. rectus media­lis; bei älte­ren Pati­en­ten um den M. rectus late­ra­lis (n=6), M. rectus infe­ri­or (n=2) oder den M. rectus media­lis (n=1). Die Perfo­ra­ti­on der Sklera blieb bei allen Kindern (keine Aufzeich­nung für 3 Pati­en­ten) und bei 2 von 7 älte­ren (keine Aufzeich­nung für 2 Pati­en­ten) unbe­merkt. Die Histopa­tho­lo­gie zeigte bei 4 Pati­en­ten eine mit der Skler­a­per­fo­ra­ti­on kompa­ti­ble trans­sklera­le Narben­bil­dung.

(ac)

Autoren: Simonsz HJ et al
Korrespondenz: Huibert J. Simonsz; simonsz@compuserve.com
Studie: Endophthalmitis after strabismus surgery: incidence and outcome in relation to age, operated eye muscle, surgical technique, scleral perforation and immune state
Quelle: Acta Ophthalmol 13.06.2020. Online ahead of print.
Web: dx.doi.org/10.1111/aos.14446.

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