Endo­ph­thal­mi­tis nach einer Kataraktoperation

Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit stellen Risikofaktoren dar

31. Mai 2022

BALTIMORE (Bier­mann) – In einer aktu­el­len Studie haben Forschen­de Inzi­denz und Risi­ko­fak­to­ren im Zusam­men­hang mit der Entwick­lung einer Endo­ph­thal­mi­tis nach einer Kata­rak­t­ope­ra­ti­on in den USA unter­sucht. Dabei stell­ten sie fest, dass die post­ope­ra­ti­ve 90-Tages-Endo­ph­thal­mi­t­is­ra­te in den Jahren 2011­–2019 bei 1,36 pro 1000 Kata­rak­t­ope­ra­tio­nen lag. Als Para­me­ter, die mit dem Endo­ph­thal­mi­t­is­ri­si­ko asso­zi­iert waren, ermit­tel­te die Arbeits­grup­pe Pati­en­ten­al­ter und ‑geschlecht sowie die ethni­sche Zuge­hö­rig­keit bzw. Abstam­mung und den Charl­son Comor­bi­di­ty Index (CCI).

Die Wissen­schaft­ler hatten in ihre retro­spek­ti­ve Quer­schnitt­ana­ly­se Medi­ca­re-Leis­tungs­emp­fän­ger im Alter von ≥65 Jahren einbe­zo­gen, bei denen im genann­ten Zeit­raum einer Kata­rak­t­ope­ra­ti­on durch­ge­führt worden war. Fälle mit einer Endo­ph­thal­mi­tis, die inner­halb von 90 Tagen nach der Kata­rak­t­ope­ra­ti­on auftrat, iden­ti­fi­zier­te man anhand von Diagno­se­codes. Ausge­schlos­sen von der Analy­se wurden Pati­en­ten mit einer Endo­ph­thal­mi­tis in der Anamne­se 12 Monate vor der Kataraktoperation.

Die Studi­en­au­toren betrach­te­ten insge­samt 14.396.438 Kata­rak­t­ope­ra­tio­nen. Die Gesamt­ra­te einer inner­halb von 90 Tagen post­ope­ra­tiv auftre­ten­den Endo­ph­thal­mi­tis betrug 1,36 pro 1000 Kata­rak­t­ope­ra­tio­nen für alle Opera­ti­ons­ver­fah­ren und 1,30 pro 1000 Opera­tio­nen für allei­ni­ge Kata­rakt­ein­grif­fe. Während des 9‑jährigen Studi­en­zeit­rau­mes war ein abneh­men­der Trend der Rate für eine post­ope­ra­ti­ve Endo­ph­thal­mi­tis fest­zu­stel­len. In der multi­va­ria­blen Analy­se erwies sich das Endo­ph­thal­mi­t­is­ri­si­ko nach einer Kata­rak­t­ope­ra­ti­on für solche Fälle als erhöht, in denen Perso­nen im Alter von ≥75 Jahren (vs. ein Alter von <75 Jahren; OR 1,14; 95%-KI 1,11–1,18), Afro­ame­ri­ka­ner (OR 1,13; 95%-KI 1,07–1,20), nord­ame­ri­ka­ni­sche Urein­woh­ner (OR 1,43; 95%-KI 1,19–1,73) oder Augen mit einer inva­si­ven Glau­kom­ope­ra­ti­on in der Vorge­schich­te (OR 1,40; 95%-KI 1,18–1,65) operiert wurden.

Bei Fällen mit einer Kata­rakt in Kombi­na­ti­on mit einer Netz­haut­ope­ra­ti­on (OR 2,60; 95%-KI 2,15–3,16) sowie solchen mit einem CCI >0 war die Wahr­schein­lich­keit für die Entwick­lung einer Endo­ph­thal­mi­tis eben­falls erhöht. Das Endo­ph­thal­mi­tis-Risiko erwies sich bei Frauen als gerin­ger als bei Männern (OR 0,89; 95%-KI 0,86–0,92).

(ac)

Autoren: Zafar S et al.
Korrespondenz: Fasika Woreta; fworeta1@jhmi.edu
Studie: Endophthalmitis Rates among Medicare Beneficiaries Undergoing Cataract Surgery between 2011 and 2019
Quelle: Ophthalmology 2022;129(3):250-257.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ophtha.2021.09.004

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