Endo­ph­thal­mi­tis bei fort­ge­schrit­te­ner Keratitis

Studie beschreibt Risikofaktoren und Befunde

31. August 2020

AURORA (Bier­mann) — Wie die Autoren einer neuen Studie aus den USA berich­ten, kann die Diagno­se einer Endo­ph­thal­mi­tis bei Augen mit fort­ge­schrit­te­ner mikro­biel­ler Kera­ti­tis schwie­rig sein. Zudem seien die Visus-Outco­mes häufig äußerst schlecht. Es sei in hohem Maße Verdacht zu schöp­fen bei Augen mit nur noch Licht­wahr­neh­mung oder ohne Licht­wahr­neh­mung Kata­rakt­ex­trak­ti­on in der Vorge­schich­te, einem durch­grei­fen­den Ulkus oder Perfo­ra­ti­on oder Verdi­ckung der Choro­idea oder einer Netz­haut­ab­lö­sung bei Ultraschalluntersuchung.

Die Wissen­schaft­ler hatten in eine retro­spek­ti­ve Studie Pati­en­ten mit schwe­rer mikro­biel­ler Kera­ti­tis einge­schlos­sen, bei denen über einen Zeit­raum von 5 Jahren eine Augen­ul­tra­schall­un­ter­su­chung wegen des Verdach­tes auf eine Endo­ph­thal­mi­tis durch­ge­führt worden war. Anamne­se und Kran­ken­ge­schich­te, Befun­de der Augen­un­ter­su­chung, mikro­bio­lo­gi­sche Ergeb­nis­se und Ultra­schall­merk­ma­le wurden gesammelt.

Bei 15 der 81 in die Analy­se einge­schlos­se­nen Augen wurde aufgrund klini­scher Befun­de und des Nach­wei­ses einer Vitri­tis im Ultra­schall eine Endo­ph­thal­mi­tis diagnos­ti­ziert. Zu den histo­ri­schen Fakto­ren und Ergeb­nis­se der körper­li­chen Unter­su­chung, die in der Endo­ph­thal­mi­tis-Gruppe häufi­ger vorka­men als in der Gruppe der Pati­en­ten, die nur an einer Kera­ti­tis litten, gehör­ten nur noch Licht­wahr­neh­mung oder gar keine Licht­wahr­neh­mung mehr (73,3% vs. 31,8%; p=0,003), eine Kata­rak­t­ope­ra­ti­on in der Vorge­schich­te (80,0% vs. 45,5%; p=0,02) und durch­grei­fen­de Ulzera oder Perfo­ra­tio­nen (33,3% vs. 9,1%; p=0,03).

Gram­po­si­ti­ve Orga­nis­men kamen in der Endo­ph­thal­mi­tis-Gruppe häufi­ger vor (60,0% vs. 30,3%; p=0,04). Der Befund einer Ader­haut­ver­di­ckung und Netz­haut­ab­lö­sung beim Ultra­schall war in der Endo­ph­thal­mi­tis-Gruppe häufi­ger (26,7% vs. 3,4%; p=0,01 bzw. 13,3% vs. 8,4%; p=0,04), zusätz­lich zu dem erwar­te­ten Über­ge­wicht an membra­nö­sen und disper­gier­ten Glas­kör­per­trü­bun­gen in dieser Gruppe. Die endgül­ti­ge Sehschär­fe war in der Endo­ph­thal­mi­tis-Gruppe schlech­ter (2,3 vs. 3,5 LogMAR; p=0,02).

(ac)

Autoren: Christopher KL et al.
Korrespondenz: Karen Christopher; karen.christopher@CUanschutz.edu
Studie: Endophthalmitis in Advanced Microbial Keratitis: Risk Factors and Examination Findings
Quelle. Cornea 2020;39(9):1096-1101.
Web: dx.doi.org/10.1097/ICO.0000000000002349

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