Endo­ge­ne Pilzendophthalmitis

Zügige Intervention kann die Prognose verbessern

12. Februar 2021

JERUSALEM (Bier­mann)  Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben gezeigt, dass bei Pati­en­ten mit Risi­ko­fak­to­ren immer auch an eine Pilzen­do­ph­thal­mi­tis gedacht werden sollte, auch wenn die Nach­weis­mög­lich­keit in Blut­kul­tu­ren gering und der Allge­mein­zu­stand der Pati­en­ten bei Erst­vor­stel­lung gut ist.

Die Visus­pro­gno­se verbes­se­re sich, je schnel­ler eine syste­mi­sche und intra­vit­rea­le Thera­pie einge­lei­tet werde und eine chir­ur­gi­sche Inter­ven­ti­on erfol­ge, so die Autoren. Bei langen oder ausge­präg­ten Verläu­fen könne die orale/lokale Stero­id­ga­be erwo­gen werden, um die Inflamma­ti­ons­kon­trol­le zu beschleu­ni­gen und okula­re Kompli­ka­tio­nen zu begrenzen.

Im Rahmen der Studie unter­such­ten die Exper­ten Kran­ken­un­ter­la­gen zu 13 Pati­en­ten (20 Augen; Durch­schnitts­al­ter 58 Jahre), die sich in einer auf Uvei­tis spezia­li­sier­ten Klinik vorstellten.

Zu den analy­sier­ten Daten zähl­ten: Alter bei Erst­vor­stel­lung, Geschlecht, okulä­re Beschwer­den und deren Dauer, Fieber­ana­mne­se, Seite des betrof­fe­nen Auges, Diagno­se und Nach­weis einer Pilz­in­fek­ti­on anhand von Labor­wer­ten. Die unter­such­ten Daten zu medi­zi­ni­schen Maßnah­men umfass­ten: syste­mi­sche anti­my­ko­ti­sche Thera­pie und deren Dauer, Appli­ka­ti­on intra­vit­rea­ler Anti­my­ko­ti­ka und orale/intravitreale Stero­id­ga­be. Die Arbeits­grup­pe sammel­te Infor­ma­tio­nen zu chir­ur­gi­schen Eingrif­fen und Befun­de der Erst­un­ter­su­chung und der letz­ten Nachkontrolle.

Bei 10 Pati­en­ten bestand ein Zustand nach gastro­in­tes­ti­na­lem oder urolo­gi­schem Eingriff, bei 2 Pati­en­ten eine vorhe­ri­ge Organ­trans­plan­ta­ti­on und bei 1 Pati­en­ten keine vorma­li­ge Intervention.

Eine diagnos­ti­sche Vitrek­to­mie erfolg­te bei 16 Augen (80%), von denen 10 Augen (62,5%) eine posi­ti­ve Glas­kör­per­kul­tur aufwie­sen. Bei 4 Pati­en­ten (31%) fand sich eine posi­ti­ve Blutkultur.

Alle Pati­en­ten wurden mit syste­mi­schen Anti­my­ko­ti­ka behan­delt. In 16 Augen (80%) wurde Vorico­na­zol intra­vit­re­al injiziert.

Der Visus (VA) verbes­ser­te sich von 0,9±0,9 logMar (Erst­be­fund) auf 0,5±0,8 logMar (letzte Nach­kon­trol­le; p=0,03). Die Forscher fanden einen Trend hin zu besse­ren Visus­er­geb­nis­sen nach Gabe von oralen Stero­iden ± intra­vit­rea­lem Dexa­me­tha­son. Die häufigs­te okulä­re Kompli­ka­ti­on war eine Makulo­pa­thie. 12 Augen (60%) zeig­ten keine okula­ren Komplikationen.

(tt)

Autoren: Corredores J et al.
Korrespondenz: Amer Radgonde; radgonde@gmail.com
Studie: Endogenous fungal endophthalmitis: risk factors, clinical course, and visual outcome in 13 patients
Quelle: Int J Ophthalmol 2021;;14(1):97-105.
Web: dx.doi.org/10.18240/ijo.2021.01.14 

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.