Endo­ge­ne myko­ti­sche Endo­ph­thal­mi­tis nach schwe­rer COVID-19-Infektion

Hohes Risiko besteht bei längerer Corticosteroidtherapie

29. Juli 2021

NEU-DELHI (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass eine endo­ge­ne Endo­ph­thal­mi­tis durch Pilze bei ansons­ten immun­kom­pe­ten­ten Perso­nen, die länger­fris­tig mit syste­mi­schen Corti­cos­te­ro­iden behan­delt werden, häufig über­se­hen, falsch diagnos­ti­ziert und/oder erst verspä­tet thera­piert wird.

Die Wissen­schaft­ler analy­sier­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 5 Pati­en­ten (7 Augen) mit bestä­tig­ter oder vermu­te­ter endo­ge­ner myko­ti­scher Endo­ph­thal­mi­tis, die an 2 ophthal­mo­lo­gi­schen Schwer­punkt­kran­ken­häu­sern in Neu-Delhi (Nord­in­di­en), thera­piert wurden.

Alle Pati­en­ten waren statio­när aufgrund einer schwe­ren COVID-19-Pneu­mo­nie behan­delt worden und erhiel­ten eine syste­mi­sche Corti­cos­te­ro­idthe­ra­pie über einen durch­schnitt­li­chen Zeit­raum von 42 ± 25,1 Tagen (Bereich 18–80 Tage). Die Arbeits­grup­pe ermit­tel­te, dass alle Pati­en­ten zunächst im Mittel 6 Tage (Bereich 1–14 Tage) nach Entlas­sung über Glas­kör­per-Floa­ter sowie eine Visus­ver­schlech­te­rung klag­ten. In allen Fällen wurde von den nieder­ge­las­se­nen Augen­ärz­ten die Fehl­dia­gno­se einer nicht infek­tiö­sen Uvei­tis gestellt.

Die Ophthal­mo­lo­gen stell­ten fest, dass in den Augen­kli­ni­ken nach­fol­gend bei allen Augen eine Vitrek­to­mie mit intra­vit­rea­ler Gabe eines Anti­my­ko­ti­kums erfolg­te. Bei 5 der 7 Augen wurden als Erre­ger Pilze, in 4 Augen Candi­da-Spezi­es und in 1 Auge Asper­g­il­lus-Spezi­es nachgewiesen.

Bei allen Pati­en­ten konnte die Infek­ti­on post­ope­ra­tiv unter Kontrol­le gebracht werden. Die Glas­kör­per­ex­su­da­te zeig­ten sich deut­lich regre­dient und auch der Visus verbes­ser­te sich wieder.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass sich Augen­ärz­te und Ärzte ande­rer Diszi­pli­nen dessen bewusst sein soll­ten, bei Pati­en­ten, die länger­fris­tig mit syste­mi­schen Corti­cos­te­ro­iden behan­delt werden und okulä­re Beschwer­den während oder nach einer statio­nä­ren Behand­lung ange­ben, trotz eines häufig reiz­frei­en Augen­be­fun­des an die Diagno­se einer endo­ge­nen myko­ti­schen Endo­ph­thal­mi­tis zu denken. Durch eine früh­zei­ti­ge Inter­ven­ti­on könne die Infek­ti­on kontrol­liert und die Sehfunk­ti­on erhal­ten bleiben.

(tt)

Autoren: Shroff D et al.
Korrespondenz: Daraius Shroff; daraiuss@gmail.com
Studie: Endogenous fungal endophthalmitis following intensive corticosteroid therapy in severe COVID-19 disease
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Jul;69(7):1909-1914.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_592_21

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.