Endo­ge­ne Endophthalmitis

An ursächliche systemische Infektionen denken

12. Mai 2021

AUCKLAND (Bier­mann)  Die endo­ge­ne Endo­ph­thal­mi­tis tritt zwar selten auf (1,9 Fälle/ Million/Jahr), ist jedoch mit einer signi­fi­kant hohen Morbi­di­tät und Morta­li­tät assoziiert.

Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass bei Pati­en­ten, die sich mit einer okulä­ren Inflamma­ti­on unkla­rer Genese vorstel­len, häufig eine zugrun­de liegen­de syste­mi­sche Infek­ti­on vorliegt, die nicht über­se­hen werden darf. Eine endo­ge­ne Endo­ph­thal­mi­tis verlau­fe oftmals ohne Schmer­zen oder Hypo­py­on, so das Resü­mee der Autoren

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 62 Pati­en­ten (78 Augen) mit endo­ge­ner Endo­ph­thal­mi­tis, die sich zwischen 1999 und 2020 in einem augen­ärzt­li­chen Schwer­punkt-Zentrum in Auck­land (Neusee­land) vorstellten.

Die Arbeits­grup­pe konzen­trier­te sich darauf, die patho­lo­gi­schen mikro­biel­len Erre­ger, syste­mi­sche Risi­ko­fak­to­ren sowie visu­el­le und allge­mei­ne Progno­se­fak­to­ren zu ermit­teln. Zusätz­lich sammel­ten sie Infor­ma­tio­nen über die klini­schen Befun­de, die Behand­lungs­ar­ten, die Kompli­ka­tio­nen und die Visusergebnisse.

Das Durch­schnitts­al­ter der Pati­en­ten betrug 61,6 Jahre (32 Pati­en­ten waren männ­lich; 51,6%). Die Forscher stell­ten in 24 Fällen (38,7%) als häufigs­ten Risi­ko­fak­tor einen Diabe­tes melli­tus fest. 17 Pati­en­ten (27,4%) konsul­tier­ten direkt einen Augen­arzt, jedoch wurde bei 17,4% der Pati­en­ten anfangs eine Fehl­dia­gno­se gestellt. Bei 49 Pati­en­ten (79,0%) zeigte sich eine Visu­s­ab­nah­me, wohin­ge­gen nur 27 Pati­en­ten (43,5%) über Schmer­zen klag­ten. Die Ophthal­mo­lo­gen diagnos­ti­zier­ten ein Hypo­py­on bei 13 Augen (16,7%).

Mikro­bio­lo­gisch konnte die Studi­en­grup­pe als häufigs­ten Erre­ger gram­po­si­ti­ve Bakte­ri­en bei 40 Augen (51,3%) nach­wei­sen, gefolgt von Hefen und Pilzen bei 21 Augen (26,9%) sowie gram­ne­ga­ti­ven Bakte­ri­en bei 17 Augen (21,8%).

Die mitt­le­re best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe lag am Ende der Studie bei 6/18. Zu einem schwe­ren Visus­ver­lust kam es bei 33 Augen (42,3%) und bei 7 Augen (9,0%) musste eine Evis­zera­tio oder Enuklea­ti­on durch­ge­führt werden.

Die Sehschär­fe bei Erst­vor­stel­lung stell­te einen signi­fi­kan­ten Vorher­sa­ge-Faktor für das Visus­er­geb­nis dar.

(tt)

Autoren: Samalia PD et al.
Korrespondenz: Priya D Samalia; dr.priyasamalia@gmail.com
Studie: Endogenous Endophthalmitis: A 21-Year Review of Cases at a Tertiary Eye Care Centre
Quelle: Ocul Immunol Inflamm 2021; Apr 7;1-6.
Web: dx.doi.org/10.1080/09273948.2021.1881564

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