Durch­grei­fen­des Makulaforamen

Nur teilweise Überlegenheit der postoperativen Gesicht-nach-unten-Position

11. Mai 2020

LONDON (Bier­mann) – Ob nach der Opera­ti­on großer durch­grei­fen­der Maku­l­alö­cher die Gesichts­po­si­ti­on bei der Heilung eine Rolle spielt, hat eine briti­sche Studie unter­sucht. Die im „JAMA Ophthal­mo­lo­gy“ veröf­fent­lich­ten Ergeb­nis­se bele­gen nicht, dass die Posi­tio­nie­rung mit dem Gesicht nach unten nach einer Opera­ti­on große Maku­l­alö­cher eher schließt als mit dem Gesicht nach vorne. Beim sekun­dä­ren Endpunkt, der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe, scheint jedoch die Posi­ti­on mit dem Gesicht nach unten die Möglich­keit einer Über­le­gen­heit zu unterstützen.

Die rando­mi­sier­te Über­le­gen­heits­stu­die mit einem Follow-up von 3 Mona­ten wurde in Groß­bri­tan­ni­en an 9 Stand­or­ten durch­ge­führt und umfass­te Teil­neh­mer mit einem idio­pa­thi­schen durch­grei­fen­den Maku­la­fora­men von mindes­tens 400 μm linea­rem Durch­mes­ser und eine Dauer von weni­ger als 12 Monaten.

Bei allen Teil­neh­mern erfolg­te eine Vitrek­to­mie mit Peeling der inne­ren Grenz­mem­bran und Injek­ti­on von Perfluor­pro­pan-Gas (14%) mit oder ohne gleich­zei­ti­ger Kata­rak­t­ope­ra­ti­on. Nach der Opera­ti­on wurde den Teil­neh­mern rando­mi­siert gera­ten, sich 5 Tage lang täglich 8 Stun­den mit dem Gesicht nach unten bezie­hungs­wei­se mit dem Gesicht nach vorne zu positionieren.

Das primä­re Ergeb­nis war der Verschluss des Makul­a­lochs, welches 3 Monate nach der Opera­ti­on mittels opti­scher Kohä­renz­to­mo­gra­phie verblin­det evalu­iert wurde. Sekun­dä­re Endpunk­te nach 3 Mona­ten waren die Sehschär­fe, die von den Teil­neh­mern gemel­de­ten Erfah­run­gen mit der Posi­tio­nie­rung sowie die Lebens­qua­li­tät (Natio­nal Eye Insti­tu­te Visual Func­tion Ques­ti­onn­aire 25).

Insge­samt 185 Teil­neh­mer (45 Männer [24,3%]; 156 Weiße [84,3%]; 9 Schwar­ze [4,9%]; 10 Asia­ten [5,4%]; Durch­schnitts­al­ter 69 Jahre [Inter­quar­til­be­reich 64–73 Jahre] ) wurden rando­mi­siert. Ein Verschluss des Makul­a­lochs wurde bei 90 Perso­nen (85,6%) beob­ach­tet, denen gera­ten wurde, mit dem Gesicht nach vorne zu posi­tio­nie­ren, und bei 88 Perso­nen (95,5%), denen empfoh­len wurde, mit dem Gesicht nach unten zu posi­tio­nie­ren (adjus­tier­te Odds Ratio 3,15; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,87–11,41; p=0,08).

Die mitt­le­re (SD) Verbes­se­rung der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe nach 3 Mona­ten betrug 0,34 (0,69) logMAR (entspricht 1 Snel­len-Linie) in der Gruppe mit dem Gesicht nach vorne und 0,57 (0,42) logMAR (entspricht 3 Snel­len-Linien) in der Gruppe mit dem Gesicht nach unten (adjus­tier­te mitt­le­re Diffe­renz 0,22 [95%-KI 0,05–0,38]; entspricht 2 Snel­len-Linien); 95%-KI 0,05–0,38; p=0,01).

Der Medi­an­wert des Natio­nal Eye Insti­tu­te Visual Func­tion Ques­ti­onn­aire 25 betrug 89 (Inter­quar­til­be­reich 76–94) in der Gesicht-nach-unten-Gruppe und 87 (Inter­quar­til­be­reich 73–93) in der Gesicht-nach-vorne-Gruppe (mitt­le­re [SD] Ände­rung auf einer logis­ti­schen Skala 0,08 [0,26] Gesicht nach vorne und 0,11 [0,25] Gesicht nach unten; adjus­tier­te mitt­le­re [SD] Diffe­renz auf einer logis­ti­schen Skala 0,02; 95%-KI –0,03 bis 0,07; p=0,41).

(isch)

Autoren: Pasu S et al.
Korrespondenz: James W. B. Bainbridge; j.bainbridge@ucl.ac.uk
Studie: Facedown Positioning Following Surgery for Large Full-Thickness Macular Hole: A Multicenter Randomized Clinical Trial
Quelle: JAMA Ophthalmol 2020; May 7.
Web: https://doi.org/10.1001/jamaophthalmol.2020.0987

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