Durch­blu­tung der Choro­idea und Retina mit Atemschutzmasken

Kurzfristige Veränderungen sind signifikant

6. Juli 2021

ISTANBUL (Bier­mann)  Eine aktu­el­le Studie aus der Türkei hat gezeigt, dass nach mehr­stün­di­gem Tragen von FFP3-Atem­schutz­mas­ken zusätz­lich zu Verän­de­run­gen im syste­mi­schen Kreis­lauf auch kurz­fris­ti­ge, aber signi­fi­kan­te Beein­träch­ti­gun­gen der choro­ida­len und reti­na­len Durch­blu­tung  auftre­ten können.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 20 medi­zi­ni­sche Fach­kräf­te in die prospek­ti­ve Studie auf. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te zu Beginn und nach 4‑stündigem Tragen der FFP3-Atem­schutz­mas­ke (ohne Ausatem­ven­til) die syste­mi­sche Sauer­stoff­sät­ti­gung, die Puls­fre­quenz, den systo­li­schen und diasto­li­schen Blut­druck (SBP; DBP), den mitt­le­ren arte­ri­el­len Druck (MAP), den mitt­le­ren okulä­ren Perfu­si­ons­druck (MOPP) sowie Bilder der Spec­tral-domain-OCT (SD-OCT). Die Forscher erfass­ten mittels der OCT-Aufnah­men die Durch­mes­ser der supe­rio­ren und infe­rio­ren tempo­ra­len Netz­haut­ar­te­rie (STA; ITA) sowie der supe­rio­ren und infe­rio­ren tempo­ra­len Netz­haut­ve­ne (STV; ITV). Mithil­fe der Enhan­ced-depth-imaging (EDI)-OCT-Aufnahmen mit verbes­ser­ter Visua­li­sie­rung der Ader­haut berech­ne­ten sie zusätz­lich die choro­ida­le Gefäß­ver­sor­gung der gesam­ten subfovea­len Ader­haut­flä­che (TCA), des Lumen- und Stroma­be­rei­ches (LA; SA) sowie den choro­ida­len Vasku­la­ri­täts­in­dex (CVI; Verhält­nis LA zu TCA).

Das Durch­schnitts­al­ter der Teil­neh­mer betrug 27,35±2,8 Jahre (Bereich 25–34 Jahre; 8 Frauen, 12 Männer).

Die Ophthal­mo­lo­gen stell­ten bei den Teil­neh­mern nach 4‑stündigem Tragen der Maske im Vergleich zu den Ausgangs­wer­ten eine signi­fi­kan­te Abnah­me des mitt­le­ren DBP (p=0,018), des MAP (p=0,016) sowie des MOPP (p=0,007) fest. Die Messun­gen des STV-Durch­mes­sers (p=0,019) und des ITV-Durch­mes­sers (p=0,046) lagen signi­fi­kant höher als die Ausgangs­wer­te. Darüber hinaus zeigte sich eine signi­fi­kan­te Zunah­me der choro­ida­len Durch­blu­tung im LA (p=0,004) und in der TCA (p=0,043).

Die Autoren resü­mie­ren, dass weite­re Studi­en mit medi­zi­ni­schem Fach­per­so­nal zu den Lang­zeit­aus­wir­kun­gen und der klini­schen Bedeu­tung dieser kurz­fris­ti­gen Verän­de­run­gen der Durch­blu­tungs­si­tua­ti­on durch­ge­führt werden soll­ten, um die Ergeb­nis­se besser bewer­ten zu können.

(tt)

Autoren: Yildiz MB et al.
Korrespondenz: Merve Beyza Yildiz; mervebeyza_afl@hotmail.com
Studie: Retinal and choroidal vascularity changes in healthcare professionals wearing FFP3 respirators
Quelle: Cutan Ocul Toxicol 2021; Jun;40(2):70-77.
Web: dx.doi.org/10.1080/15569527.2021.1900218

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