Dupilum­ab-asso­zi­ier­te Augenoberflächenpathologien

Vorbestehende Augenerkrankungen stellen Risikofaktor dar

2. Mai 2022

UTRECHT (Bier­mann) – Bei Dupilum­ab handelt es sich um einen mono­k­lo­na­len Anti­kör­per, der die Interleukin(IL)-4- und IL-13-Akti­vi­tät hemmt. Er wird u.a. bei Pati­en­ten mit atopi­scher Derma­ti­tis (AD) einge­setzt, bei denen eine lokale Thera­pie nicht mehr suffi­zi­ent ist. Den Autoren einer aktu­el­len Arbeit zufol­ge besteht bei Pati­en­ten ein erhöh­tes Risiko für eine Dupilum­ab-asso­zi­ier­te Erkran­kung der Augen­ober­flä­che (DAOSD), wenn sie bereits an einer Augen­er­kran­kung (mit Ausnah­me einer subjek­tiv berich­te­ten episo­dischen akuten aller­gi­schen Konjunk­ti­vi­tis [EAAC]) leiden und Ophthal­mo­lo­gi­ka applizieren.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 468 Pati­en­ten mit mittel- bis schwe­rer AD aus dem nieder­län­di­schen BioDay-Regis­ter mit Real-Life-Daten in ihre prospek­ti­ve, multi­zen­tri­sche Kohor­ten­stu­die ein. Diese waren im Zeit­raum Okto­ber 2017 bis Febru­ar 2020 mit Dupilum­ab behan­delt worden. Bei allen Pati­en­ten erfolg­te alle 2 Wochen eine subku­ta­ne Appli­ka­ti­on von Dupilum­ab. Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug ≥16 Wochen.

Bei 68 der 469 Pati­en­ten (14,5%) lag eine bekann­te Augen­er­kran­kung (ohne EAAC; [n=274; 59,8%]) vor, während 81 Pati­en­ten (17,3%) Ophthal­mo­lo­gi­ka zu Beginn der Dupilum­ab-Thera­pie verwendeten.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 152 der 469 Pati­en­ten (32,4%) eine DAOSD entwi­ckel­ten. Mithil­fe der univa­ria­ten Regres­si­ons­ana­ly­se zeigte sich, dass 37 der 152 Fälle (24,3%) signi­fi­kant häufi­ger an einer vorbe­stehen­den Augen­er­kran­kung erkrankt waren als dieje­ni­gen ohne DAOSD (31/317 [9,8%]; OR 2,97; 95%-KI 1,76–5,01; p<0,001). Ebenso erwies sich die Anzahl an Pati­en­ten mit Ophthal­mo­lo­gi­ka zu Beginn der Dupilum­ab-Thera­pie in der DAOSD-Gruppe (n=52; [34,2%]) als signi­fi­kant höher gegen­über derje­ni­gen in der Nicht-DAOSD-Gruppe (n=29; [9,1%]; OR 5,16; 95%-KI 3,11–8,58; p<0,001).

Mithil­fe der multi­va­ria­ten Analy­se stell­ten die Exper­ten zudem fest, dass die Kombi­na­ti­on aus anamnes­ti­scher Augen­er­kran­kung (unter Ausschluss einer EAAC) und ophthal­mo­lo­gi­scher Medi­ka­ti­on zu Thera­pie­be­ginn signi­fi­kant mit der Entwick­lung einer DAOSD asso­zi­iert war (OR 5,16; 95%-KI 2,30–11,56; p<0,001).

(tt)

Autoren: Achten RE et al.
Korrespondenz: Roselie E Achten; r.e.achten@umcutrecht.nl
Studie: Identification of Risk Factors for Dupilumab-associated Ocular Surface Disease in Patients with Atopic Dermatitis
Quelle: Acta Derm Venereol 2022; Mar 11;102:adv00666.
Web: dx.doi.org/10.2340/actadv.v102.1128

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