Dupilum­ab-asso­zi­ier­te Augenoberflächen-Erkrankungen

Augenkontrollen sollten regelmäßig erfolgen

5. März 2021

SOUTHAMPTON (Bier­mann) Als eine Thera­pie­mög­lich­keit bei atopi­scher Derma­ti­tis (AD) kommt Dupilum­ab infra­ge. In einer aktu­el­len Studie aus Groß­bri­tan­ni­en haben deren Autoren eine höhere Rate (32%) an Dupilum­ab-asso­zi­ier­ten Augen­ober­flä­chen-Erkran­kun­gen im Sinne von Konjunk­ti­vit­i­den ± Binde­haut­ver­nar­bun­gen ± perior­bi­ta­len Haut­ver­än­de­run­gen fest­ge­stellt. Diese Neben­wir­kun­gen seien jedoch unter der, teil­wei­se länger­fris­ti­gen, Thera­pie mit topi­schen Corti­cos­te­ro­iden und Ciclo­s­po­rin-Augen­trop­fen unter Kontrol­le zu bringen.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 28 Pati­en­ten mit AD, die in einem tertiä­ren zwischen Januar 2017 und August 2019 Univer­si­täts­kli­ni­kum mit Dupilum­ab behan­delt wurden, in die retro­spek­ti­ve Analy­se auf. Die Arbeits­grup­pe ermit­tel­te demo­gra­fi­sche Daten, Inzi­denz und Art der Augen­ver­än­de­run­gen, deren Anamne­se und Behandlungsformen.

50% der Pati­en­ten (14/28) entwi­ckel­ten im Mittel 6,75 ± 6,1 Wochen nach Thera­pie­be­ginn okulä­re Sympto­me. 1 Pati­ent musste die Thera­pie aufgrund von okulä­ren Neben­wir­kun­gen beenden.

Bei 69% (9/13) der Pati­en­ten trat eine Konjunk­ti­vi­tis auf, die zusätz­lich bei 2 Pati­en­ten mit einer Binde­haut­ver­nar­bung und bei 4 Pati­en­ten mit einer perior­bi­ta­len Haut­ver­fär­bung asso­zi­iert war.

Bei 4 Pati­en­ten ermit­tel­ten die Forscher in der Vorge­schich­te eine atopi­sche Kera­to­kon­junk­ti­vi­tis. Alle 9 Pati­en­ten wurden mit topi­schen Corti­cos­te­ro­iden behan­delt und bei 2 Pati­en­ten waren zusätz­lich Ciclo­s­po­rin-Augen­trop­fen erfor­der­lich. 67% der Pati­en­ten (6/9) zeig­ten einen chro­ni­schen Verlauf der okulä­ren Inflamma­ti­on und benö­tig­ten eine Dauer­me­di­ka­ti­on der Augen­trop­fen im Rahmen der Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von durch­schnitt­lich 16 ± 6,9 Monaten.

Bei allen Pati­en­ten stell­te sich eine Verbes­se­rung des AD-Schwe­re­gra­des ein.

Abschlie­ßend resü­mie­ren die Autoren, dass eine regel­mä­ßi­ge augen­ärzt­li­che Kontrol­le bei AD-Pati­en­ten unter der Thera­pie mit Dupilum­ab bei diagnos­ti­zier­ter Konjunk­ti­vi­tis oder bei einer posi­ti­ven Vorge­schich­te mit  schwe­rer okulä­rer Ober­flä­chen­er­kran­kung zu empfeh­len sei.

(tt)

Autoren: Popiela MZ et al.
Korrespondenz: Parwez Hossain; parwez@soton.ac.uk
Studie: Dupilumab-associated ocular surface disease: presentation, management and long-term sequelae
Quelle: Eye (Lond) 2021; Jan 28 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1038/s41433-020-01379-9

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