Drai­na­ge-Implan­ta­te bei uvei­ti­schem Glaukom

Studie untersucht Sicherheit und Wirkung auf den Augeninnendruck

27. Februar 2019

ROTTERDAM (Bier­mann) – Pati­en­ten mit Glau­kom und Uvei­tis haben ein hohes Risiko für schwe­re Sehstö­run­gen. Nach aktu­el­lem Kennt­nis­stand kann ein uvei­ti­sches Glau­kom mittels Glau­kom-Drai­na­ge-Implan­tat (GDI) behan­delt werden. Eine Arbeits­grup­pe aus den Nieder­lan­den fand nun heraus, dass die Behand­lung von Pati­en­ten mit uvei­ti­schem Glau­kom mit GDI eine ähnli­che Wirkung auf den Augen­in­nen­druck (IOD) hat wie bei Pati­en­ten mit nicht-uvei­ti­schem Glau­kom. Das Risiko, ein Maku­la­ö­dem und Hypo­to­nie zu entwi­ckeln, war bei Pati­en­ten mit Uvei­tis etwas höher, die Ergeb­nis­se waren jedoch nicht statis­tisch signifikant.

In ihrer Studie haben die Nieder­län­der die Wirk­sam­keit und Sicher­heit eines GDI bei uvei­ti­schem Glau­kom sowie bei nicht-uvei­ti­schem Glau­kom unter­sucht und die Unter­schie­de bei den Kompli­ka­tio­nen nach einer GDI-Opera­ti­on vergli­chen. Alle GDI-Opera­tio­nen wurden vom selben Chir­ur­gen durch­ge­führt. Die Pati­en­ten mit nicht-uvei­ti­schem Glau­kom dien­ten als Kontrolle.

Insge­samt wurden 86 Pati­en­ten bezie­hungs­wei­se 99 Augen einge­schlos­sen (38 mit uvei­ti­schem Glau­kom). Der präope­ra­ti­ve IOD betrug bei Pati­en­ten mit Uvei­tis 25,9 mmHg (±7,7) und 27,9 mmHg (±9,6) für Pati­en­ten ohne Uvei­tis (p=0,277).

Es wurden keine großen Unter­schie­de zwischen Pati­en­ten mit und ohne Uvei­tis beim post­ope­ra­ti­ven IOD fest­ge­stellt. Wie erwar­tet verrin­ger­te sich der IOD nach GDI-Opera­ti­on in Augen mit uvei­ti­schem Glau­kom signi­fi­kant auf 12,7 mmHg (±4,4) (Abnah­me um 44,9%, p<0,001) und in Augen mit nicht-uvei­ti­schem Glau­kom auf 13,3 mmHg (±4,2) (42,8%, p<0,001).

Im ersten Jahr nach der Opera­ti­on entwi­ckel­te sich in 13,2% der Fälle mit uvei­ti­schem Glau­kom ein Maku­la­ö­dem (vs. 6,6%; p=0,267) und in 15,8% der Fälle eine tran­si­en­te Hypo­to­nie (vs. 8,2%; p=0,242).

Ihre eige­nen Ergeb­nis­se haben die Studi­en­au­toren außer­dem mit einer eigens ange­fer­tig­ten Meta­ana­ly­se voran­ge­gan­ge­ner Veröf­fent­li­chun­gen vergli­chen. Die rele­van­te Lite­ra­tur wurde mittels einer PubMed-Recher­che ermit­telt. Die Meta­ana­ly­se zeigte post­ope­ra­tiv einen gewich­te­ten mitt­le­ren Unter­schied des IOD von –17,8 mmHg und eine um 2,2 nied­ri­ge­re Anzahl an IOD-senken­den Medi­ka­men­ten beim uvei­ti­schen Glau­kom vergli­chen mit –13,2 mmHg bezie­hungs­wei­se 3,5 in der aktu­el­len Studie.

(isch)

Autoren: Ramdas WD, Pals J, Rothova A et al.
Korrespondenz: Department of Ophthalmology, Erasmus Medical Center, 's Gravendijkwal 230, 3000 CA, Rotterdam, The Netherlands; w.ramdas@erasmusmc.nl.
Studie: Efficacy of glaucoma drainage devices in uveitic glaucoma and a meta-analysis of the literature
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2019;257(1):143–151.
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-018-4156-9

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