Diagno­se anhand von Smartphone-Fotos

Gute Ergebnisse bei rotem Auge und Komplikationen nach Augenlidoperation

2. November 2020

MAYWOOD (Bier­mann) – Die Ergeb­nis­se einer neuen Studie lassen darauf schlie­ßen, dass eine Diagno­se sowohl bei roten Augen als auch bei Kompli­ka­tio­nen nach Augen­lid­ope­ra­tio­nen ebenso gut anhand von Fotos gestellt werden kann, die mit einem Smart­pho­ne aufge­nom­men wurden, wie bei einer persön­li­chen Unter­su­chung des betrof­fe­nen Pati­en­ten in der Praxis.

Im Rahmen der Studie wurden die Pati­en­ten vor Ort unter­sucht und erhiel­ten dort von einem Cornea- oder Okulo­plas­tik­spe­zia­lis­ten ihre Diagno­se. Nach Betrach­tung eines Lehr­vi­de­os zur Smart­pho­ne-Foto­gra­fie wurde von der den Pati­en­ten beglei­ten­den Perso­nen eine Reihe stan­dar­di­sier­ter Fotos des betrof­fe­nen Auges ange­fer­tigt. Zwei weite­re Spezia­lis­ten stell­ten dann eine sepa­ra­te Diagno­se, für deren Erstel­lung nur Smart­pho­ne-Fotos und die Kran­ken­ge­schich­te des Pati­en­ten inter­pre­tiert wurden. Diese Fern­dia­gno­se wurden mit denen nach persön­li­cher Unter­su­chung des Pati­en­ten vor Ort mittels Kappa-Tests auf Über­ein­stim­mung hin verglichen.

Die Fern- und Vor-Ort-Diagno­sen stimm­ten für 27 von 28 Augen über­ein, was einer zufalls­kor­ri­gier­ten Kappa-Über­ein­stim­mungs­ra­te von 93% entsprach (95%-KI 79–99). Bei den 16 Fällen mit rotem Auge stimm­ten die Diagno­sen für 15 über­ein (zufalls­kor­ri­gier­te Kappa-Über­ein­stim­mungs­ra­te 92%; 95%-KI 77–99). Bei den 12 in der Studie unter­such­ten Augen mit Kompli­ka­tio­nen nach Augen­lid­ope­ra­tio­nen stimm­ten die Diagno­sen den Autoren zufol­ge perfekt überein.

(ac)

Autoren: Sink J et al.
Korrespondenz: Charles S Bouchard; cboucha@lumc.edu
Studie: A novel telemedicine technique for evaluation of ocular exam findings via smartphone images
Quelle: J Telemed Telecare 2020;1357633X20926819.
Web: dx.doi.org/10.1177/1357633X20926819 

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