Diabe­ti­sches Makulaödem

Vorschlag einer auf SD-OCT beruhenden Klassifikation

27. März 2020

ISTANBUL (Bier­mann) – Die zysto­ide Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on, die mit schlech­ten funk­tio­nel­len und morpho­lo­gi­schen Outco­mes einher­geht, sollte von einem zysto­iden Maku­la­ö­dem unter­schie­den werden. Eine seröse Maku­la­ab­he­bung, die haupt­säch­lich bei Augen mit frühen Stadi­en eines diabe­ti­schen Maku­la­ö­dems (DME) auftritt, sollte eher als beglei­ten­der morpho­lo­gi­scher Befund, denn als eine Art von DME betrach­tet werden. Dies ist das Ergeb­nis einer retro­spek­ti­ven Auswer­tung von 404 Augen, bezie­hungs­wei­se 309 Pati­en­ten mit einer DME-Diagnose.

Die türki­schen Ophthal­mo­lo­gen nahmen eine Klas­si­fi­zie­rung der DME-Arten und eine Bewer­tung der morpho­lo­gi­schen Merk­ma­le auf Grund­la­ge der Spec­tral-Domain-Opti­schen-Kohä­renz­to­mo­gra­phie (SD-OCT) vor. Zusätz­lich bestimm­ten sie die Korre­la­ti­on zwischen Sehschär­fe und OCT-Befun­den. Drei auf SD-OCT beru­hen­de Typen wurden iden­ti­fi­ziert: diffu­ses Maku­la­ö­dem, zysto­i­des Maku­la­ö­dem und zysto­ide Dege­ne­ra­ti­on. Morpho­lo­gi­sche Merk­ma­le wie eine seröse Maku­la­ab­he­bung, Auffäl­lig­kei­ten des vitreo­ma­ku­lä­ren Inter­face, harte Exsu­da­te, Photo­re­zep­tor­sta­tus sowie Korre­la­tio­nen zwischen der Sehschär­fe und den morpho­lo­gi­schen Merk­ma­len wurden eben­falls mittels SD-OCT bewertet.

Die häufigs­te Art von DME war ein zysto­i­des Ödem (68,5%). Es wurde kein statis­tisch signi­fi­kan­ter Unter­schied zwischen den Grup­pen nach Geschlecht (p=0,40), Diabe­tes-Typ (p=0,50) oder diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (p=0,78) fest­ge­stellt. Die Dauer der Sympto­me und der best­kor­ri­gier­te Visus war jedoch in der Gruppe mit zysto­ider Dege­ne­ra­ti­on signi­fi­kant nied­ri­ger als in der Gruppe mit zysto­idem Ödem (p<0,001) und der Gruppe mit diffu­sem Maku­la­ö­dem (p<0,001).

Im Vergleich zu den Grup­pen mit zysto­iden und diffu­sen Ödemen war in der Gruppe mit zysto­iden Dege­ne­ra­tio­nen die Fovea centra­lis signi­fi­kant dicker (p<0,001), die subfovea­le Ader­haut signi­fi­kant dünner (p=0,049), die Rate der serö­sen Maku­la­ab­he­bung signi­fi­kant nied­ri­ger (p<0,001) und die Rate der äuße­ren Netz­haut­schä­den signi­fi­kant höher (p<0,001).

(isch)

Autoren: Arf S et al.
Korrespondenz: Murat Karacorlu; mkaracorlu@gmail.com
Studie: Spectral domain optical coherence tomography classification of diabetic macular edema: a new proposal to clinical practice
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2020; Mar 9
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-020-04640-9

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