Diabe­ti­sches Makulaödem

Verbesserung der neurophysiologischen Netzhautfunktion nach Anti-VEGF-Therapie

21. Februar 2021

AFYONKARAHISAR (Bier­mann) – In der Patho­ge­ne­se des diabe­ti­schen Maku­la­ö­dems (DME) gewinnt der Einfluss der Neuro­de­ge­ne­ra­ti­on zuneh­mend an Bedeu­tung. Infol­ge­des­sen wächst die Notwen­dig­keit, die neuro­phy­sio­lo­gi­sche Wirkung der Anti-VEGF-Thera­pie mithil­fe verschie­de­ner diagnos­ti­scher Maßnah­men zu bewer­ten, so das Studi­en­re­sü­mee einer türki­schen Forscher­grup­pe. In ihrer Arbeit zeig­ten sie, dass Pati­en­ten mit DME eine deut­li­che Verbes­se­rung der neuro­phy­sio­lo­gi­schen Funk­ti­on der Netz­haut aufwie­sen, die auch mit einer Wieder­her­stel­lung der anato­mi­schen und ultra­struk­tu­rel­len Inte­gri­tät nach intra­vit­rea­ler Afli­ber­cept-Thera­pie einherging.

Im Rahmen der prospek­ti­ven, inter­ven­tio­nel­len Studie wurden an der medi­zi­ni­schen Fakul­tät der Afyon­ka­ra­hi­sar Health Science Univer­si­ty 32 Augen von 32 Pati­en­ten mit DME unter­sucht. Alle Pati­en­ten erhiel­ten monat­lich 5 intra­vit­rea­le Afli­ber­cept-Injek­tio­nen und wurden ≥6 Monate nach­be­ob­ach­tet. Nach einer umfas­sen­den ophthal­mo­lo­gi­schen Unter­su­chung, einschließ­lich der Messung der Sehschär­fe und des Augen­in­nen­drucks und einer Spalt­lam­pen-Biomi­kro­sko­pie im antero-poste­rio­ren Segment vor und nach voll­stän­di­ger Pupil­len­di­la­ta­ti­on wurden eine Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie und eine opti­sche Kohä­renz­to­mo­gra­phie zu Studi­en­be­ginn sowie im drit­ten und sechs­ten Monat nach der Thera­pie durch­ge­führt. Ebenso wurde eine Mikrope­ri­me­trie und multi­fo­ka­le Elek­tro­re­ti­no­gra­phie durchgeführt.

Die mitt­le­re Sehschär­fe verbes­ser­te sich im drit­ten bezie­hungs­wei­se sechs­ten Monat von 0,73 auf 0,57 und 0,33 logMAR (p<0,001). Ände­run­gen des Augen­in­nen­drucks waren statis­tisch nicht signi­fi­kant (p=0,472). Die mitt­le­re Dicke der zentra­len Makula verrin­ger­te sich im drit­ten und sechs­ten Monat statis­tisch signi­fi­kant von 390,2 μm auf 242,6 bezie­hungs­wei­se 289,7 μm (p<0,001). Das Fixa­ti­ons­ver­hal­ten verbes­ser­te sich signi­fi­kant während des sechs­ten Monats zusam­men mit einer signi­fi­kant erhöh­ten Maku­lasen­si­ti­vi­tät von 8,2 auf 14,2 dB (p<0,001) und einem signi­fi­kant verrin­ger­ten loka­len Defi­zit von –10,3 auf 5,5 dB (p<0,001). Ferner gab es eine signi­fi­kant erhöh­te N1-Ampli­tu­de im ersten Ring und eine signi­fi­kant erhöh­te P1-Ampli­tu­de in allen Ringen (p<0,05 für jeden Para­me­ter). Die Studi­en­au­toren stell­ten auch eine signi­fi­kant verrin­ger­te Gipfel­zeit der N1-Welle in allen Ringen und eine signi­fi­kant verrin­ger­te P1-Welle im zwei­ten, drit­ten, vier­ten und fünf­ten Ring (p<0,05 für jeden Para­me­ter) fest.

(isch)

Autoren: Yozgat Z et al.
Korrespondenz: Mustafa Doğan, Afyonkarahisar Health Sciences University, Afyonkarahisar, Turkey
Studie: Impacts of intravitreal anti-VEGF therapy on retinal anatomy and neurophysiology in diabetic macular edema
Quelle: Int Ophthalmol 2021 Feb 19.
Web: https://doi.org/10.1007/s10792-021-01737-w

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