Diabe­ti­sches Maku­la­ö­dem und Vitrektomie

Intakte äußere Grenzmembran ist für Visusergebnis entscheidend

25. Oktober 2021

GRAZ (Bier­mann) – Bei einem diabe­ti­schen Maku­la­ö­dem (DMÖ) mit einer epire­ti­na­len Membran (ERM) stellt die Pars-plana-Vitrek­to­mie (ppV) mit einem Peeling der ERM und der Membra­na limitans inter­na (ILM) eine wirk­sa­me Thera­pie hinsicht­lich einer visu­el­len und morpho­lo­gi­schen Verbes­se­rung dar. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass Augen mit präope­ra­tiv intak­ter Membra­na limitans exter­na (ELM) einen signi­fi­kant besse­ren post­ope­ra­ti­ven Visus aufwei­sen als solche mit gestör­ter Konfi­gu­ra­ti­on. Die ELM sei, so schrei­ben die Autoren, als präope­ra­ti­ver prädik­ti­ver Biomar­ker für das visu­el­le Ergeb­nis geeig­net. Sie empfeh­len eine früh­zei­ti­ge ppV, solan­ge die ELM noch intakt ist.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 17 Pati­en­ten (19 Augen) mit DMÖ und ERM, bei denen im Zeit­raum Januar 2017 bis Dezem­ber 2019 eine ppV mit ERM- und ILM-Peeling in der Augen­kli­nik der Medi­zi­ni­schen Univer­si­tät Graz (Öster­reich) durch­ge­führt wurde.

Die Arbeits­grup­pe beur­teil­te die ophthal­mo­lo­gi­schen Befun­de, einschließ­lich der prä- und post­ope­ra­ti­ven best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA) sowie die Aufnah­men der Spec­tral-Domain-OCT (SD-OCT), insbe­son­de­re der zentra­len Maku­la­di­cke (CMT). Zusätz­lich bewer­te­ten die Forschen­den die ELM in Abhän­gig­keit vom Ausmaß der ELM-Disrup­ti­on (Grad 0=intakt [3 Augen], Grad 1=Störung der Inte­gri­tät ≤1/3 [4 Augen], Grad 2= Störung der Inte­gri­tät ≤2/3 [3 Augen], Grad 3= voll­stän­di­ger ELM-Verlust [4 Augen]).

Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 23,7 ± 9,4 Monate. Die Forscher ermit­tel­ten eine mitt­le­re präope­ra­ti­ve BCVA von 0,71 ± 0,28 logMAR und eine post­ope­ra­ti­ve bei der Abschluss­un­ter­su­chung von 0,52 ±0,3 logMAR (p=0,002). Die mitt­le­re CMT betrug präope­ra­tiv 515,2 ± 209,1 µm und post­ope­ra­tiv 327 ± 66,1 µm (p=0,001).

Des Weite­ren stell­ten die Reti­no­lo­gen bei den 8 Augen mit intak­ter ELM eine signi­fi­kant besse­re BCVA fest als bei den 11 Augen mit ELM-Unter­bre­chung (0,28 ± 0,14 logMAR vs. 0,7 ± 0,25 logMAR; p=0,01). Demge­gen­über entsprach sich die finale CMT in etwa in allen Grup­pen (intak­te ELM= 317 ± 54,6 µm; ELM-Disrup­ti­on= 334 ± 75,2 µm; p=0,31).

(tt)

Autoren: Ivastinovic D et al.
Korrespondenz: Domagoj Ivastinovic; domagoj.ivastinovic@medunigraz.at
Studie: Vitrectomy for diabetic macular edema and the relevance of external limiting membrane
Quelle: BMC Ophthalmol 2021; Sep 15;21(1):334.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-021-02095-y

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