Diabe­ti­sches Maku­la­ö­dem und Sehschärfe

Flüssigkeit in der inneren Körnerschicht stellt Biomarker dar

31. Januar 2022

PORTLAND (Bier­mann) – Bei einem Diabe­ti­schen Maku­la­ö­dem (DME) besteht nur eine recht schwa­che Korre­la­ti­on zwischen der Sehschär­fe (VA) und der zentra­len Netz­haut­di­cke (CST). In einer aktu­el­len Studie haben deren Autoren nun gezeigt, dass das Flüs­sig­keits­vo­lu­men (FV) in der inne­ren Körner­schicht (INL) sehr stark mit der VA asso­zi­iert ist und sich als Prädik­tor für die visu­el­le Reha­bi­li­ta­ti­on eignet.

Die US-ameri­ka­ni­schen Wissen­schaft­ler schlos­sen jeweils 1 Auge von 125 Pati­en­ten mit DME (60 Frauen; Durch­schnitts­al­ter 61 Jahre) in ihre retro­spek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe berech­ne­te mithil­fe eines auto­ma­ti­sier­ten Flüs­sig­keits­er­ken­nungs-Algo­rith­mus das intra­r­e­ti­na­le FV von 3x3 mm Volu­men­scans der OCT-Angiographie.

Nach­fol­gend unter­teil­te die Gruppe das detek­tier­te FV in ein inne­res FV, begrenzt durch die INL sowie ein äuße­res FV zwischen der äuße­ren Grenze der INL und der Ellip­so­iden Zone.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass das mitt­le­re innere FV bei 109 Augen (87%) 0,013mm3 betrug, während das mitt­le­re äußere FV bei 124 Augen (99%) bei 0,042mm3 lag.

Mittels univa­ria­ter Analy­se stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass die VA signi­fi­kant mit dem inne­ren FV (p<0,0001), dem FV der gesam­ten Makula (p=0,010) sowie der CST (p=0,036) korrelierte.

Mithil­fe der multi­va­ria­ten Analy­se beob­ach­te­ten die Exper­ten jedoch, dass das innere FV als einzi­ger signi­fi­kan­ter Faktor mit der VA verbun­den war (ß= ‑0,41; p=0,004).

Diese Korre­la­tio­nen erwie­sen sich als ebenso konsis­tent nach getrenn­ter Analy­se von behand­lungs­nai­ven Augen (n=33) und Augen ohne voran­ge­gan­ge­ner Laser­be­hand­lung (n=93). Darüber hinaus konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass die Fläche unter der Grenz­wert­op­ti­mie­rungs­kur­ve des inne­ren FV für die VA ≤20/32 signi­fi­kant höher lag als dieje­ni­ge für die CST (0,66 vs. 0,54; p=0,018).

Die Autoren resü­mie­ren, dass die Asso­zia­ti­on zwischen dem FV in der INL und der VA bei Pati­en­ten mit DME stär­ker und aussa­ge­kräf­ti­ger ist als die Asso­zia­ti­on mit ande­ren OCT- oder OCT-A-Biomarkern.

(tt)

Autoren: Tsuboi K et al.
Korrespondenz: Thomas S Hwang; hwangt@ohsu.edu
Studie: Association Between Fluid Volume in Inner Nuclear Layer and Visual Acuity in Diabetic Macular Edema
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Dec 21;237:164-172.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.12.012

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