Diabe­ti­sches Maku­la­ö­dem und Schlafapnoe-Syndrom

Minimale Sauerstoffsättigung stellt prognostischen Biomarker dar

10. Mai 2022

BRAMPTON (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass eine Asso­zia­ti­on zwischen einem Diabe­ti­schen Maku­la­ö­dem (DMÖ) und dem Schlaf­apnoe-Syndrom (OSA) besteht. Laut den Autoren stellt die mini­ma­le Sauer­stoff­sät­ti­gung im arte­ri­el­len Blut (SaO2) einen signi­fi­kan­ten klini­schen OSA-Biomar­ker für ein DMÖ dar.

In ihre prospek­ti­ve Kohor­ten­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 49 Typ-1- oder Typ-2-Diabe­ti­ker (74 Augen) mit DR ± DMÖ ein. Die Arbeits­grup­pe bestimm­te mithil­fe der Poly­s­om­no­gra­phie Schlaf­me­tri­ken zu Studi­en­be­ginn, insbe­son­de­re den Apnoe-Hypo­p­noe-Index (AHI ≥15 wurde als OSA[+] defi­niert; n=44; 60%) sowie die mini­ma­le SaO2.

Des Weite­ren über­prüf­ten die Forschen­den initi­al sowie in Monat 6 und 12 der Follow-up-Zeit den Level auf der Schwe­re­grad-Skala für DR (DRSS) sowie mittels der Spek­tral-Domain-OCT die zentra­le Netz­haut­di­cke (CST), nach der sie die Augen als DMÖ-posi­tiv (CST >275 µm; DMÖ[+]; n=41; 55,4%) oder DMÖ(-) defi­nier­ten. Alle DMÖ(+)-Augen wurden mit Afli­ber­cept im Treat-and Extend-Regime nach einem 5‑monatlichen Upload behan­delt und alle OSA-Pati­en­ten erhiel­ten eine Thera­pie mit konti­nu­ier­li­chem posi­ti­vem Atem­wegs­druck (CPAP)

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Präva­lenz für ein OSA bei den DMÖ(+)-Augen signi­fi­kant höher ausfiel als bei den DMÖ(-)-Augen (70,7% vs. 42,4%; p<0,05). Des Weite­ren zeigte sich, dass die DME(+)OSA(+)-Gruppe eine signi­fi­kant gerin­ge­re mini­ma­le SaO2 aufwies als die DME(-)OSA(+)-Gruppe (81,75% vs. 88,23%; p<0,05).

Mithil­fe der logis­ti­schen Regres­si­on stell­ten die Reti­no­lo­gen hinge­gen fest, dass bis Monat 12 keine Korre­la­ti­on zwischen dem Schwe­re­grad der DR und dem des OSA bestand. Die CPAP-Adhä­renz betrug in der DME(+)OSA(+)-Kohorte 20% (6/30) und in der

DME(-)OSA(+)-Kohorte 36% (5/14). Zu Monat 12 wiesen CPAP-adhä­ren­te OSA(+)DMÖ(+)-Augen signi­fi­kant gerin­ge­re Level auf der DRSS auf (1,0 ±0,0) im Vergleich zu CPAP-nicht adhä­ren­ten OSA(+)DMÖ(+)-Augen (1,36 ±0,8; p=0,042).

Die Autoren nehmen an, dass die Kombi­na­ti­on aus einer Thera­pie mit CPAP und VEGF-Inhi­bi­to­ren bei Pati­en­ten mit OSA den Schwe­re­grad einer DR bei Augen mit DMÖ senken könnte.

(tt)

Autoren: Kaba Q et al.
Korrespondenz: Sohel Somani; s.somani@utoronto.ca
Studie: Examining the Relationship Between Diabetic Macular Edema, and Obstructive Sleep Apnea
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; Apr 21;16:1215-1223.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S354087

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