Diabe­ti­sches Makulaödem

Foveale Eversion als prognostisch ungünstigen Biomarker ermittelt

22. August 2022

MAILAND (Bier­mann) – Bei der fovea­len Ever­si­on (FE) handelt es sich um ein struk­tu­rell konve­xes Profil der Fovea im Rahmen eines Diabe­ti­schen Maku­la­ö­dems (DMÖ). Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit haben nun gezeigt, dass dieser Bild­ge­bungs-Biomar­ker mit einem schlech­ten Anspre­chen auf eine intra­vit­rea­le Injek­ti­ons­the­ra­pie (IVI) asso­zi­iert ist.

In ihre prospek­ti­ve 2‑Jah­res-Beob­ach­tungs­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 146 pseu­do­pha­ke Patienten/Augen (mitt­le­res Alter 67±8 Jahre) mit einem nicht thera­pi­e­nai­ven DMÖ ein und teil­ten diese in 2 Grup­pen auf. Gruppe 1 bilde­ten 84 Augen, die kombi­niert mit Anti-VEGF und Dexa­me­tha­son (DEX)-Implantaten behan­delt wurden. Gruppe 2 umfass­te 62 Augen, bei denen Fluo­ci­no­lo­na­ce­tonid-Implan­ta­te (FAc) und, wenn erfor­der­lich, Anti-VEGF verab­reicht wurden.

Als Haupt­end­punk­te legte die Arbeits­grup­pe die Präva­lenz von FE, die morpho­lo­gi­schen Muster der FE in der OCT (Muster 1 zentra­le säulen­för­mi­ge Orga­ni­sa­ti­on von gemischt reflek­tie­ren­dem Mate­ri­al [1a eine dicke­re zentra­le verti­ka­le Linie; 1b mehre­re dünne­re, fächer­ar­ti­ge Linien; Muster 2 ein hypo­re­flek­ti­ver Raum ohne hyper­re­flek­tie­ren­dem Mate­ri­al), die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) sowie die zentra­le Maku­la­di­cke (CMT) fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass Gruppe 1 im Studi­en­zeit­raum im Mittel 11±4 Anti-VEGF-IVI erhielt, während bei 21 Augen (34%) in Gruppe 2 zusätz­lich im Mittel 3±1 Anti-VEGF-IVI durch­ge­führt wurden.

83 Augen (57%) wiesen bei der fina­len 2‑Jah­res-Kontrol­le eine FE (Muster 1a: n=16 [19%]; 1b n=22 [27%]; Muster 2: n=45 [54%]) auf.
Alle Augen zeig­ten bei der fina­len Kontrol­le eine signi­fi­kan­te Verbes­se­rung der BCVA – bis auf Augen mit FE-Muster 2 — sowie der CMT (p<0,01) ohne signi­fi­kan­te Unter­schie­de zwischen den Substanzgruppen.

Zudem beob­ach­te­ten die Reti­no­lo­gen bei Augen mit FE-Muster 1b und 2 eine signi­fi­kant höhere Präva­lenz für ein persis­tie­ren­des DMÖ (64 und 89% der Fälle), während bei Augen mit FE-Muster 1a oder keiner FE eine gestei­ger­te Präva­lenz für ein DMÖ-Rezi­div vorlag (31 und 62% der Fälle).
Die FE-Forma­ti­on korre­lier­te insge­samt mit einem signi­fi­kant schlech­te­ren funk­tio­nel­len und morpho­lo­gi­schen Ergeb­nis gegen­über keiner FE.

(tt)

Autoren: Arrigo A et al.
Korrespondenz: Alessandro Arrigo; alessandro.arrigo@hotmail.com
Studie: Foveal eversion patterns in diabetic macular edema
Quelle: Sci Rep 2022;Jul 30;12(1):13097.
Web: dx.doi.org/10.1038/s41598-022-17555-8

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