Diabe­ti­sches Makulaödem

Erhöhter Harnsäurespiegel im Kammerwasser stellt Risikofaktor dar

9. März 2022

GUANGZHOU (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Studie aus China haben heraus­ge­fun­den, dass ein erhöh­ter Wert an Harn­säu­re (UA) im Kammer­was­ser bei Pati­en­ten mit Typ-2-Diabe­tes melli­tus (DM) das Risiko erhöht, ein Diabe­ti­sches Maku­la­ö­dem (DME) zu entwi­ckeln. Der Gluko­se­wert scheint hinge­gen dabei keine Rolle zu spielen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen im Zeit­raum August 2016 bis Dezem­ber 2020 insge­samt 585 Teilnehmer/Augen in ihre Studie ein. Aufge­nom­men wurden Pati­en­ten mit DME oder mit DM ohne Reti­no­pa­thie sowie Nicht-Diabe­ti­ker mit Kata­rakt oder AMD als Kontrollgruppe.

Die Forscher analy­sier­ten Kammer­was­ser­pro­ben aller Teil­neh­mer und ermit­tel­ten, dass der Spie­gel an UA signi­fi­kant posi­tiv mit der zentra­len Netz­haut­di­cke (CST) asso­zi­iert war (r=0,39; p<0,0001). Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass höhere UA-Werte bei einem schwe­ren DME auftra­ten und vice versa.

Der Spie­gel von UA im Kammer­was­ser stell­te einen stär­ke­ren Prädik­tor für ein DME dar (OR 6,88; 95%-KI 2,61–18,12) als die Dauer des DM (OR 1,26; 95%-KI 1,12–1,42) oder der HBA1c-Wert (OR 1,35; 95%-KI 0,99–1,83). Demge­gen­über beob­ach­te­ten die Reti­no­lo­gen keine signi­fi­kan­te Verbin­dung zwischen dem Risiko für ein DMÖ und dem Gluko­se­wert im Kammer­was­ser (OR 0,95; 95%-KI 0,73–1,23) oder dem Serum­spie­gel von UA (OR 0,90; 95%-KI 0,66–1,23).

Die Studi­en­grup­pe defi­nier­te einen UA-Wert von <2,46 mg/dl sowie einen Gluko­se­spie­gel von <6,43 mmol/l im Kammer­was­ser als Refe­renz­wert. Hier­bei zeigte sich, dass ein UA-Spie­gel von ≥2,46 mg/dl – unab­hän­gig von ande­ren Risi­ko­fak­to­ren – mit einem 5,83-fach gestei­ger­tem Risiko für ein DME verbun­den war, wohin­ge­gen ein hoher Gluko­se­wert ≥6,43 mmol/l für sich allei­ne das Risiko nicht verstärkte.

Den Ophthal­mo­lo­gen zufol­ge deutet das Studi­en­ergeb­nis auf eine okulä­re Produk­ti­on der UA in der Retina bei Diabe­ti­kern hin. Sie mutma­ßen, dass eine intra­vit­rea­le Phar­ma­ko­the­ra­pie mit UA-senken­den Wirk­stof­fen geeig­net sein könnte, das Risiko für ein DME zu verringern.

(tt)

Autoren: Qin YJ, Zhang et al.
Korrespondenz: Hong Yang Zhang; hy3005716@163.com
Studie: Elevated level of uric acid, but not glucose, in aqueous humor as a risk factor for diabetic macular edema in patients with type 2 diabetes
Quelle: Retina 2022; Feb 7 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IAE.0000000000003424

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