Diabe­ti­sches Maku­la­ö­dem bei Typ-1-Diabetes

Anti-VEGF mit zentraler LK liefern gute visuelle Langzeit-Ergebnisse

7. Juli 2022

OULU (Bier­mann) – Die Thera­pie eines diabe­ti­schen Maku­la­ö­dems (DMÖ) mit intra­vit­rea­len Injek­tio­nen (IVI) von VEGF-Inhi­bi­to­ren allei­ne oder kombi­niert mit einer zentra­len foka­len/­grid-Laser­ko­agu­la­ti­on (LK) bei Pati­en­ten mit Typ-1-Diabe­tes (T1D) führt auch auf lange Sicht und unter realen Bedin­gun­gen zu guten funk­tio­nel­len Verbes­se­run­gen. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung gekommen.

In ihre deskrip­ti­ve, popu­la­ti­ons­ba­sier­te Real-World-Kohor­ten­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler im Zeit­raum 2006 bis 2020 insge­samt 206 Typ-1-Diabe­ti­ker mit einem DMÖ (304 Augen) ein. Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te Alter, Geschlecht, Dauer des T1D zum Zeit­punkt der DMÖ-Diagno­se, das Stadi­um einer diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie (DR), Die Behand­lung des DMÖ (Beob­ach­tung, LK, IVI mit Anti-VEGF, Kombi­na­ti­on aus Anti-VEGF und LK) sowie die Ergeb­nis­se der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA). Die mitt­le­re Beob­ach­tungs­zeit lag bei 65,2 ±44,9 Monaten.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 155 der 206 Pati­en­ten (75%) zum Zeit­punkt der DMÖ-Diagno­se eine nicht­pro­li­fe­ra­ti­ve DR und in 51 Fällen (25%) eine proli­fe­ra­ti­ve DR vorlag.

Im Hinblick auf die Thera­pie erfolg­ten bei 100 Pati­en­ten (33%) zentra­le LK, bei 124 (41%)  IVI sowie bei 35 Teil­neh­mern (12%) kombi­nier­te Behand­lun­gen. 45 Pati­en­ten (15%) wurden nur beobachtet.

Die mitt­le­re BCVA zum Zeit­punkt der DMÖ-Diagno­se betrug in der LK-Gruppe 80,8±13,1 ETDRS-Buch­sta­ben, der Anti-VEGF-Gruppe 72,8±11,1, der Kombi-Gruppe 72,4±13,2 sowie der Beob­ach­tungs-Gruppe 81,6±8,8 Buch­sta­ben. Die Reti­no­lo­gen stell­ten des Weite­ren fest, dass in der Anti-VEGF-Gruppe bzw. der kombi­nier­ten Gruppe die BCVA im Verlauf um 4,9 bzw. 5,5 Buch­sta­ben anstieg und sich zur fina­len Kontrol­le um 4,1 bzw. 5,1 Buch­sta­ben (alle p<0,001) verbes­ser­te. Eine mitt­le­re Anzahl an 6,1±4,8 IVI war erfor­der­lich, um eine komplet­te Remis­si­on des DMÖ zu erreichen.

Die BCVA in der Beob­ach­tungs- und der LK-Gruppe verän­der­te sich nicht signi­fi­kant und redu­zier­te sich bei der Abschluss­kon­trol­le um 3,7 bzw. 1,1 Buch­sta­ben gegen­über dem initia­len Wert.

(tt)

Autoren: Wirkkala J et al.
Korrespondenz: Nina Hautala; nina.hautala@oulu.fin
Studie: Visual outcomes of observation, macular laser and anti-VEGF in diabetic macular edema in type 1 diabetes: a real-world study
Quelle: BMC Ophthalmol 2022; Jun 9;22(1):258.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-022-02482-z

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