Diabe­ti­sches Makulaödem

Aflibercept ist Laserkoagulation weit überlegen

2. Mai 2022

CLEVELAND (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass Augen mit Diabe­ti­schem Maku­la­ö­dem (DMÖ), die mit intra­vit­rea­lem Afli­ber­cept (IAI) behan­delt werden, signi­fi­kant früher und häufi­ger eine konsis­ten­te morpho­lo­gi­sche und funk­tio­nel­le Verbes­se­rung errei­chen als dieje­ni­gen, die laser­ko­a­gliert (LK) werden. Die Autoren weisen darauf hin, dass der Anstieg der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA) unab­hän­gig von der Abnah­me der zentra­len Netz­haut­di­cke (CST) auftritt.

In ihre Post-hoc-Analy­se der Studi­en VISTA und VIVID schlos­sen die Wissen­schaft­ler insge­samt 748 Augen mit DMÖ ein. Von diesen erhiel­ten 499 Augen nach einem 5‑monatlichen Upload entwe­der alle 4 Wochen (2Q4; n=250) oder alle 8 Wochen (2Q8; n=249) 2 mg IAI, während in 249 Fällen eine LK durch­ge­führt wurden.

Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te die Verän­de­run­gen der BCVA sowie der CST gegen­über dem Ausgangs­wert in den Unter­grup­pen der konstan­ten (≥2 aufein­an­der­fol­gen­de Kontrol­len) Level auf der Schwe­re­grad-Skala für Diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie (DRSS; ≥1‑Le­vel-Verschlech­te­rung; keine Verän­de­rung; ≥2‑Le­vel-Verbes­se­rung).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Zeit bis zu einer anhal­ten­den Verbes­se­rung um ≥2 Level in den IAI-Grup­pen kürzer war als in der LK-Gruppe (beide Log-Rank-Tests p<0,001). Die kumu­la­ti­ve Inzi­denz für eine konstan­te Verbes­se­rung um ≥2 Level bis Woche 100 lag in der IAI-2Q4- bei 40% und in der IAI-2Q8-Gruppe bei 42,8% gegen­über 15,5% in der LK-Gruppe (beide p<0,001). Die mitt­le­ren Unter­schie­de im BCVA-Anstieg vom Studi­en­be­ginn bis Woche 52 und 100 zwischen Augen mit konstan­ter Verbes­se­rung um ≥2 Level versus konstan­ter Verschlech­te­rung um ≥1 Level betru­gen bei den LK-Augen ‑3,0 (95%-KI 2,9 bis ‑8,9) und 6,2 (95%-KI 0,2–12,2) Buch­sta­ben sowie bei den IAI-Augen zusam­men 4,2 (95%-KI 0,8–7,6) und 4,9 (95%-KI 1,3–8,4) Buchstaben.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen, dass der Unter­schied im Hinblick auf die CST-Reduk­ti­on in Woche 100 nur in den IAI-Grup­pen zusam­men signi­fi­kant stark ausfiel (-83,0 µm; 95%-KI ‑25,3 bis ‑140,8). Zudem erwie­sen sich die Korre­la­tio­nen zwischen BCVA- und CRT-Verän­de­run­gen als schwach.

(tt)

Autoren: Dhoot DS et al.
Korrespondenz: Rishi P Singh; drrishisingh@gmail.com
Studie: Functional outcomes of sustained improvement on Diabetic Retinopathy Severity Scale with intravitreal aflibercept in the VISTA and VIVID trials
Quelle: Eye (Lond) 2022; Apr 19 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1038/s41433-022-02058-7

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