Diabe­ti­sche Retinopathie

Studie zeigt Assoziation mit trockener AMD auf

26. August 2022

PEKING (Bier­mann) – Bei Pati­en­ten mit einer Diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie (DR) besteht ein erhöh­tes Risiko für eine trocke­ne AMD (dAMD) im Gegen­satz zu Diabe­ti­kern ohne eine DR. Dieses Fazit ziehen die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung. Darin mutma­ßen sie, dass eine sorg­fäl­ti­ge Kontrol­le des Diabe­tes melli­tus (DM) und eine mögli­cher­wei­se damit verbun­de­ne verlang­sam­te Entwick­lung einer DR die Präva­lenz für eine dAMD verrin­gern könnte.

In ihre popu­la­ti­ons­ba­sier­te epide­mio­lo­gi­sche Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 14.440 Teil­neh­mer aus der KAILUAN Eye Study aus dem Jahr 2016 ein, von denen bei 1618 Pati­en­ten (mitt­le­res Alter >50 Jahre) ein Typ-2-DM vorlag und 409 Fälle an einer DR litten. Die Arbeits­grup­pe berech­ne­te und verglich die Präva­len­zen für eine trocke­ne und feuch­te AMD (wAMD) bei DM-Pati­en­ten mit (n=409; DR-Gruppe) und ohne DR (n=1191; DM-Gruppe). Zusätz­lich führ­ten die Forschen­den eine hier­ar­chi­sche Analy­se in Bezug auf die verschie­de­nen Stadi­en der DR durch, und unter­such­ten mithil­fe varia­bler Regres­si­ons­ana­ly­sen, ob eine DR einen Risi­ko­fak­tor für die AMD darstellt.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die Präva­len­zen für eine wAMD zwischen den Grup­pen nicht signi­fi­kant unter­schie­den (DR-Gruppe 0,3 vs. DM-Gruppe 0,2%; p=0,607). Demge­gen­über zeigte sich ein signi­fi­kan­ter Unter­schied im Hinblick auf die Präva­lenz einer dAMD (DR-Gruppe 20,8 vs. DM-Gruppe 16,0%). In der Subgrup­pen­ana­ly­se betru­gen die Präva­len­zen für eine frühe, inter­me­diä­re und späte dAMD bei den DR-Augen 14,4% bzw. 5,9% sowie 0,5%, während dieje­ni­gen bei den DM-Augen bei 10,5% bzw. 4,8% sowie 0,7% lagen (p=0,031).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen – nach Adjus­tie­rung in Bezug auf Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Blut­hoch­druck und Dysli­pi­dä­mie –, dass die DR einen signi­fi­kan­ten unab­hän­gi­gen Risi­ko­fak­tor für eine dAMD darstell­te (OR 1,38; 95%-KI 1,07–1,78).

Die Autoren merken indes noch an, dass eine Subgrup­pen­ana­ly­se im Hinblick auf die DR-Stadi­en aufgrund einer begrenz­ten Anzahl an Pati­en­ten mit proli­fe­ra­ti­ver DR (n=2) nicht möglich war.

(tt)

Autoren: Yongpeng Z et al.
Korrespondenz: Wie Wenbi; weiwenbitr@163.com
Studie: The Association Between Diabetic Retinopathy and the Prevalence of Age-Related Macular Degeneration-The Kailuan Eye Study
Quelle: Front Public Health 2022; Jul 18;10:922289.
Web: dx.doi.org/10.3389/fpubh.2022.922289

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