Diabe­ti­sche Retinopathie

Quantitative Analyse einer Ultra-Widefield-Angiographie

14. November 2019

CLEVELAND (Bier­mann) Die Befun­de von Augen mit diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (DR), welche im Verlauf augen­ärzt­li­cher Unter­su­chun­gen mittels Ultra-Wide­field-Angio­gra­phie (UWFA) und asso­zi­ier­ter Fundus­fo­to­gra­phie unter­sucht wurden, wurden auf eine Asso­zia­ti­on zwischen der Schwe­re der Erkran­kung und quan­ti­ta­ti­ven Mess­wer­ten der UWFA über­prüft. Alle Augen waren bisher weder mittels Laser noch inner­halb der voran­ge­gan­ge­nen sechs Monate mit intra­vit­rea­ler Phar­ma­ko­the­ra­pie  behan­delt worden. Für jedes Auge wurde der Schwe­re­grad der DR fest­ge­legt. Quan­ti­ta­ti­ve Para­me­ter wurden mittels semi­au­to­ma­ti­scher Analy­se­platt­form evalu­iert und falls nötig durch einen Exper­ten korri­giert. Die angio­gra­phi­schen Para­me­ter schlos­sen den panre­ti­na­len Lecka­ge-Index, den Ischä­mie-Index und die Mikroaneu­rys­men-Zählung ein. Klini­sche Para­me­ter beinhal­te­ten Alter, Geschlecht, Rasse, Hämo­glo­bin A1C-Level, Hyper­ten­si­on, systo­li­schen und diasto­li­schen Blut­druck und ggf. einen bestehen­den oder frühe­ren Niko­tin­ab­usus ein.

Insge­samt wurden die Angio­gra­phien von 339 Augen (davon 42% Augen weib­li­cher Pati­en­ten) einge­schlos­sen. Das Pati­en­ten­al­ter lag durch­schnitt­lich bei 62 +/- 13 Jahren. Eine milde NPDR fand sich in 11,2%, eine mode­ra­te NPDR in 23,9%, eine schwe­re NPDR in 40,1%, und eine PDR in 24,8%.

Der panre­ti­na­le Lecka­ge-Index (milde NPDR (durch­schnittl. 0,51%), mode­ra­te NPDR durchschnittl.1,20%, schwe­re NPDR (durch­schnittl. 2,75%), und PDR (durch­schnittl. 5,84%); P<2×10–16], der panre­ti­na­le Ischä­mie-Index (milde NPDR (durch­schnittl. 0,95%, mode­ra­te NPDR (durch­schnittl. 1,37%), schwe­re NPDR (durch­schnittl. 2,80%), und PDR (durch­schnittl. 9,53%); P<2×10–16] sowie die panre­ti­na­le Microaneu­rys­men-Zählung (milde NPDR (durch­schnittl. 36), mode­ra­te NPDR (durch­schnittl. 129), schwe­re NPDR (durch­schnittl. 203), und PDR (durch­schnittl. 254); P<5×10–7] waren mit der Schwe­re der diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie asso­zi­iert. Die multi­va­ria­te Analy­se zeigte, dass Ischä­mie- und Lecka­ge-Index am stärks­ten mit der Schwe­re der DR korrelierten.

Weite­re Unter­su­chun­gen seien jedoch notwen­dig, um die klini­sche Bedeu­tung der genann­ten Para­me­ter abschät­zen zu können, so die Autoren.

(ak)

Autoren: Ehlers JP et al.
Korrespondenz: ehlersj@ccf.org
Studie: Quantitative Ultra-Widefield Angiography and Diabetic Retinopathy Severity: An Assessment of Panretinal Leakage Index, Ischemic Index and Microaneurysm Count.
Quelle: Ophthalmology 2019 Nov;126(11):1527–1532.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2019.05.034

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