Diabe­ti­sche Retinopathie

Optische Kohärenztomographie-Angiographie gibt früheste Hinweise auf präklinische Veränderungen

27. Februar 2019

NEW YORK (Bier­mann) — Die mittels opti­scher Kohä­renz­to­mo­gra­phie-Angio­gra­phie (OCTA) ermit­tel­te perfun­dier­te Kapil­lar­dich­te bringt frühest­mög­li­che Evidenz einer präkli­ni­schen diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie zutage, wie eine Bild­ge­bungs­stu­die aus den USA zeigt.

Im Vergleich zu gesun­den Kontrol­len zeigte sich bei Diabe­tes­pa­ti­en­ten ohne klini­sche Reti­no­pa­thie eine erhöh­te perfun­dier­te Kapil­lar­dich­te, die die Autoren als auto­re­gu­la­to­ri­sche Reak­ti­on auf eine erhöh­te meta­bo­li­schen Bean­spru­chung inter­pre­tie­ren. Die zu beob­ach­ten­de Abnah­me der perfun­dier­ten Kapil­lar­dich­te bei Diabe­tes­pa­ti­en­ten mit nicht proli­fe­ra­ti­ver und proli­fe­ra­ti­ver Reti­no­pa­thie resul­tie­re dage­gen vorwie­gend aus einem schritt­wei­sen Verlust an Kapillarsegmenten.

Die Studi­en­po­pu­la­ti­on bestand aus 40 gesun­de Kontroll­per­so­nen, 36 Diabe­tes­pa­ti­en­ten ohne klini­sche Reti­no­pa­thie, 39 Diabe­tes­pa­ti­en­ten mit nicht proli­fe­ra­ti­ver Reti­no­pa­thie und 38 Diabe­tes­pa­ti­en­ten mit proli­fe­ra­ti­ver Reti­no­pa­thie. Bei allen Teil­neh­mern wurde eine 3x3 mm große para­fovea­le OCT-A-Aufnah­me ange­fer­tigt. Die avasku­lä­re Zone im Bereich der Fovea (FAZ) wurde manu­ell umris­sen und anschlie­ßend wurden Fläche und Grenze der FAZ sowie der Acir­cu­la­ri­ty Index ermit­telt. Ausge­hend von der Grenze der FAZ zogen die Autoren 7 jeweils 200 µm breite ring­för­mi­ge Segmen­te um die FAZ. Die perfun­dier­te Kapil­lar­dich­te des jewei­li­gen ring­för­mi­gen Segmen­tes war defi­niert als die perfun­dier­te Kapil­lar­flä­che geteilt durch die Ring­flä­che nach Subtrak­ti­on der nicht kapil­lä­ren Blutgefäßflächen.

Bei den Diabe­tes­pa­ti­en­ten ohne klini­sche Reti­no­pa­thie war ein durch­ge­hend höhere perfun­dier­te Kapil­lar­dich­te zu beob­ach­ten als bei den gesun­den Kontrol­len – und dies in allen 7 Ring­seg­men­ten. Statis­ti­sche Signi­fi­kant wurde in dem am weites­ten innen liegen­den Ring­seg­ment erreicht (FAZ-Grenze bis 200 μm nach außen; 36,6±3,30% vs. 33,6±3,98%; p=0,034). Die Teil­neh­mer­grup­pen mit nicht proli­fe­ra­ti­ver und proli­fe­ra­ti­ver Reti­no­pa­thie zeig­ten eine progres­siv abneh­men­de perfun­dier­te Kapil­lar­dich­te. Unter­schie­de in allen ande­ren FAZ-Para­me­tern zwischen den Diabe­tes­pa­ti­en­ten ohne klini­sche Reti­no­pa­thie und den gesun­den Kontrol­len waren statis­tisch nicht signifikant.

Aus diesen – mit frühe­ren Studi­en konsis­ten­ten – Ergeb­nis­sen schluss­fol­gern die Autoren, dass die opti­sche Kohä­renz­to­mo­gra­phie-Angio­gra­phie (OCTA) Poten­ti­al als klini­sches Werk­zeug zum früh­zei­ti­gen und objek­ti­ven Nach­weis einer präkli­ni­schen diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie hat.

(nec)

Autoren: Rosen RB et al.
Korrespondenz: Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York, NY, USA; rrosen@nyee.edu
Studie: Earliest Evidence of Preclinical Diabetic Retinopathy Revealed using OCT Angiography (OCTA) Perfused Capillary Density
Quelle: Am J Ophthalmol. 2019 Jan 25.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2019.01.012

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