Diabe­ti­sche Retinopathie

Modifizierende Wirkung von HbA1c auf die genetische Suszeptibilität bei Patienten mit Typ-2-Diabetes

11. August 2020

HONGKONG (Bier­mann) – Die Blut­zu­cker­kon­trol­le wurde als ein wich­ti­ger modi­fi­zier­ba­rer Risi­ko­fak­tor für die diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie (DR) erkannt. Eine Arbeits­grup­pe aus Hong­kong ging daher der Frage nach, ob Hämo­glo­bin A1c (HbA1c) die gene­ti­sche Suszep­ti­bi­li­tät für eine schwe­re DR bei Pati­en­ten mit Typ-2-Diabe­tes modu­lie­ren kann. Ihre Daten liefer­ten Hinwei­se auf mögli­che Wech­sel­wir­kun­gen zwischen HbA1c und COL5A1 rs59126004 hinsicht­lich des Risi­kos einer schwe­ren DR. Die Ergeb­nis­se könn­ten neue Einbli­cke in den patho­phy­sio­lo­gi­schen Mecha­nis­mus der DR liefern, schluss­fol­gern die Autoren der Fall-Kontroll-Studie.

Insge­samt wurden 3.093 Chine­sen mit Typ-2-Diabe­tes in die Studie einge­schlos­sen: 1.051 mit sehbe­dro­hen­der DR (STDR) und 2.042 ohne STDR. Die Arbeits­grup­pe unter­such­te 69 Einzel­nu­kleo­tid­po­ly­mor­phis­men (SNPs) auf ihre Asso­zia­tio­nen mit STDR und proli­fe­ra­ti­ver DR. Die ausge­wähl­ten SNPs wurden bereits in frühe­ren genom­wei­ten Asso­zia­ti­ons­stu­di­en iden­ti­fi­ziert. SNPs, die auf Asso­zia­tio­nen mit DR hinwei­sen, wurden in einer stra­ti­fi­zier­ten Analy­se mit einem dicho­to­mi­sier­ten HbA1c unter­sucht (<7% versus ≥7%). In einer anschlie­ßen­den Inter­ak­ti­ons­ana­ly­se wurde ein Inter­ak­ti­ons­term von SNP × HbA1c in das Regres­si­ons­mo­dell aufgenommen.

4 SNPs zeig­ten Asso­zia­tio­nen mit STDR. In der stra­ti­fi­zier­ten Analy­se hatten Pati­en­ten mit adäqua­ter Blut­zu­cker­kon­trol­le (HbA1c <7%) ein um 42% gerin­ge­res STDR-Risiko für jedes zusätz­li­che protek­ti­ve C‑Allel von COL5A1 rs59126004 (p=1,76×1E–4; Odds Ratio [OR] 0,58; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,44–0,77). rs59126004 zeigte eine signi­fi­kan­te Inter­ak­ti­on mit dem dicho­to­mi­sier­tem HbA1c auf das STDR-Risiko (pinteraction=1,733×1E–3). In der Subgrup­pen­ana­ly­se für proli­fe­ra­ti­ve DR war die protek­ti­ve Wirkung von rs59126004 noch deut­li­cher (p=8,35×1E–5; OR 0,37; 95%-KI 0,22–0,60) und es wurden ähnli­che Wech­sel­wir­kun­gen mit dem dicho­to­mi­sier­tem HbA1c nach­ge­wie­sen (pinteraktion=1,729×1E–3).

(isch)

Autoren: Ng KKK et al.
Korrespondenz: Chloe Y. Y. Cheung; cyy0219@hku.hk
Studie: Possible Modifying Effect of Hemoglobin A1c on Genetic Susceptibility to Severe Diabetic Retinopathy in Patients With Type 2 Diabetes
Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci 2020;61(10):7.
Web: https://doi.org/10.1167/iovs.61.10.7

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