Diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie mit ausge­dehn­ter kapil­lä­rer Nichtperfusion

Multimodale Bildgebung ist frühzeitiger erforderlich

29. Juli 2022

GUANGDONG (Bier­mann) – Einer aktu­el­len Studie zufol­ge weist eine hohe Anzahl an Pati­en­ten mit Diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (DR) – erheb­lich mehr als klinisch ange­nom­men – groß­flä­chi­ge Areale kapil­lä­rer Nicht­per­fu­si­on (LACNP) auf, die mit einem lange bestehen­den, schlecht einge­stell­ten Diabe­tes melli­tus (DM) und Blut­hoch­druck (HT) asso­zi­iert und prädik­tiv für eine rasche Progres­si­on der DR und Neovasku­la­ri­sa­tio­nen sind. Laut den Autoren der Arbeit sollte daher insbe­son­de­re eine Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie (FAG) der peri­phe­ren Retina in das DR-Scree­ning inte­griert werden.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv Aufnah­men der FAG sowie Labor­pa­ra­me­ter aus medi­zi­ni­schen Aufzeich­nun­gen zu 24 Pati­en­ten (43 Augen) mit LACNP, bei denen im Zeit­raum Januar 2017 bis Dezem­ber 2019 eine DR diagnos­ti­ziert wurde. Die Arbeits­grup­pe defi­nier­te LACNP als eine Fläche von >70% mit kapil­lä­rer Nicht­per­fu­si­on über den mit der FAG aufge­nom­me­nen Bereich der gesam­ten Retina. Die mitt­le­re Beob­ach­tungs­zeit betrug 12,4±16,7 Monate. Die Forscher evalu­ier­ten Daten zur panre­ti­na­len Laser­ko­agu­la­ti­on (LK), chir­ur­gi­schen Inter­ven­ti­on sowie den Ergebnissen.

Die Pati­en­ten­an­zahl der Studie entsprach 3,3% der gesam­ten DR-Popu­la­ti­on im glei­chen Zeitraum.

Die Forscher ermit­tel­ten einen Gesamt­pro­zent­satz der LACNP von 79,1±8,1%. Alle Pati­en­ten wurden im Unter­su­chungs­zeit­raum in Bezug auf die Einstel­lung des DM und des HT streng kontrol­liert und erhiel­ten umfas­sen­de panre­ti­na­le LK-Sitzun­gen. Des Weite­ren stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass 20 Augen (46,5%) schwe­re neovasku­lä­re Kompli­ka­tio­nen entwi­ckel­ten, von denen 15 (34,9%) opera­tiv versorgt wurden, darun­ter 11 Augen mit einer Vitrek­to­mie sowie 4 Fälle glau­kom­chir­ur­gisch. Bei 23 Augen (53,5%) traten keine neovasku­lä­ren Kompli­ka­tio­nen auf, weswe­gen nur konser­va­tiv im Sinne einer engma­schi­gen glykämischen Kontrol­le beob­ach­tet und/oder mit ergän­zen­der panre­ti­na­ler LK behan­delt wurde. Im Rahmen der Abschluss­kon­trol­le zeig­ten 19 Augen (44,2%) eine stabi­le oder besse­re Sehschär­fe, während 24 Augen (55,8%) eine Verschlech­te­rung verzeichneten.

(tt)

Autoren: Huang Z et al.
Korrespondenz: Weigi Chen; cwq@jsiec.org
Studie: Diabetic retinopathy with extensively large area of capillary non-perfusion: characteristics and treatment outcomes
Quelle: BMC Ophthalmol 2022; Jul 4;22(1):293.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-022-02508-6

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