Diabe­ti­sche Retinopathie

Korrelation mit systemischer Mikroangiopathie ist gegeben

30. August 2021

SARAGOSSA (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben den Zusam­men­hang zwischen diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (DR), Dicke der Ader­haut (CT) sowie syste­mi­scher Mikro- und Makro­an­gio­pa­thie bei Pati­en­ten mit Diabe­tes melli­tus Typ‑2 (T2D) unter­sucht. Sie haben heraus­ge­fun­den, dass eine DR mit einer syste­mi­schen Mikro­an­gio­pa­thie im Sinne einer Nephro­pa­thie und einer peri­phe­ren Poly­neu­ro­pa­thie (PPN) korre­liert. Es bestehe jedoch keine Bezie­hung zu einer syste­mi­schen Makro­an­gio­pa­thie, schrei­ben die Autoren. Ebenso hänge die CT – bis auf eine schwa­che Korre­la­ti­on mit einer Nephro­pa­thie und einer ischä­mi­schen Kardio­myo­pa­thie (IC) – nicht mit den genann­ten Para­me­tern zusammen.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 100 thera­pi­e­nai­ve T2D-Pati­en­ten (200 Augen; Durch­schnitts­al­ter 67,38 ±8,15 Jahre) ohne Nach­weis eines diabe­ti­schen Maku­la­ö­dems in die Quer­schnitts­stu­die auf. Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te den Schwe­re­grad der DR, sofern eine solche vorlag, und bestimm­te die CT mithil­fe der Swept-source-OCT.

Ein Endo­kri­no­lo­ge unter­such­te alle Pati­en­ten und ermit­tel­te aus medi­zi­ni­schen Aufzeich­nun­gen Daten zu syste­mi­schen Makro­an­gio­pa­thien, hier insbe­son­de­re zu IC, zere­bro­vasku­lä­ren Ereig­nis­sen (CVA) und peri­phe­ren arte­ri­el­len Verschluss­krank­hei­ten (PAD) sowie zu syste­mi­schen Mikro­an­gio­pa­thien, hier vor allem zu Nephro­pa­thien und PPN.

Die mitt­le­re axiale Bulbus­län­ge betrug 23,26 ± 0,09 mm und der mitt­le­re Augen­in­nen­druck lag bei 16,75 ± 3,06 mmHg.

Die Forscher ermit­tel­ten bei 60 Augen keine DR, bei 46 eine leich­te, bei 64 eine mode­ra­te sowie bei 20 Augen eine schwe­re DR. 10 Augen wiesen eine proli­fe­ra­ti­ve DR auf.

Folgen­de Zusam­men­hän­ge stell­ten die Exper­ten ± fest: Eine IC korre­lier­te mit der CT in hori­zon­ta­len Schicht­bil­dern (p<0,05; 95%-KI 0,16–0,21), jedoch nicht mit einer DR (p=0,16).

CVA korre­lier­ten weder mit der CT (p>0,05) noch mit einer DR (p=0,39). PAD korre­lier­ten mit einer DR (p=0,03), jedoch nicht mit der CT (p>0,05). Eine Nephro­pa­thie korre­lier­te sowohl mit der CT in verti­ka­len Schicht­bil­dern (p<0,05; 95%-KI 0,15–0,27) als auch mit einer DR (p=0,01; t=0,24). Eine PPN korre­lier­te mit einer DR (p=0,03), jedoch nicht mit der CT (p>0,05).

(tt)

Autoren: de Asís Bartol-Puyal F et al.
Korrespondenz: Francisco de Asis Bartol-Puyal; fabartol@salud.aragon.es
Studie: Macro and microangiopathy related to retinopathy and choroidopathy in type 2 diabetes
Quelle: Eur J Ophthalmol 2021; Aug 7;11206721211037129.
Web: dx.doi.org/10.1177/11206721211037129

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