Diabe­ti­sche Retinopathie

Immunsuppressiva scheinen Progression zu verzögern

10. November 2021

MYSORE (Bier­mann) – Die diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie entsteht haupt­säch­lich durch eine Verän­de­run­gen der Blut-Retina-Schran­ke, bei der vasku­lä­re Wachs­tums­fak­to­ren und Inflamma­ti­on an der Patho­ge­ne­se betei­ligt sind. Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie beob­ach­tet haben, schei­nen Pati­en­ten, bei denen eine diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie (DR) vorliegt, und die wegen einer koexis­ten­ten Erkran­kung mit Immun­sup­pres­si­va behan­delt werden, eine erheb­lich gerin­ge­re Progre­di­enz der DR aufzu­wei­sen als eine unbe­han­del­te Kontrollgruppe.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 30 Pati­en­ten mit DR in die Pilot­stu­die ein, von denen 15 Pati­en­ten die Studi­en­grup­pe bilde­te, die aufgrund einer ande­ren Erkran­kung unter einer Immun­sup­pres­si­on stand. Die Arbeits­grup­pe führte zum Zeit­punkt der Rekru­tie­rung der Pati­en­ten und am Ende eines Jahres eine ausführ­li­che Anamne­se, eine ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung sowie eine Bestim­mung des HBA1c-Wertes und der Nieren­funk­ti­onwer­te  durch. Als primä­ren Endpunkt legte die Gruppe den Vergleich der Progres­si­on der DR zwischen den Diabe­ti­kern fest, die Immun­sup­pres­si­va erhiel­ten und denen, die keine appli­zier­ten (Kontroll­grup­pe).

Das media­ne Alter der Studi­en­grup­pe betrug 57 Jahre und das der Kontroll­grup­pe 60 Jahre (p=0,6). Die media­ne Dauer des Diabe­tes betrug in der Studi­en­grup­pe 11 Jahre und in der Kontroll­grup­pe 12 Jahre (p=0,7). Des Weite­ren ermit­tel­ten die Forscher in der Studi­en­grup­pe bei der 1. Kontrol­le einen HBA1c-Wert von 7,6% und in der Kontroll­grup­pe von 8,0% (p=0,26). Bei der 2. Kontrol­le änder­te sich nicht viel, denn der HBA1c-Wert der Studi­en­pa­ti­en­ten betrug 7,5% und der der Kontroll­pa­ti­en­ten 8,1% (p=0,11).

Darüber hinaus stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen fest, dass 9 Pati­en­ten der Studi­en- und 4 Pati­en­ten der Kontroll­grup­pe an Hyper­to­nus litten (p=0,065). Eine Nieren­er­kran­kung zeig­ten 4 Studi­en- und 2 Kontroll­pa­ti­en­ten (p=0,361).

Demge­gen­über ergab sich ein statis­tisch signi­fi­kan­ter Unter­schied in Bezug auf die Progres­si­on der DR. In der Kontroll­grup­pe zeig­ten 33,3% der Pati­en­ten eine Progres­si­on der DR, wohin­ge­gen es in der Studi­en­grup­pe zu keiner Progres­si­on kam (p=0,014).

(tt)

Autoren: Raman P et al.
Korrespondenz: Premnath Raman; contact@jsshospital.in
Studie: The role of concomitant immunosuppressants in impeding the progression of diabetic retinopathy: A pilot study
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Nov;69(11):3321-3327.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_837_21

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