Diabe­ti­sche Retinopathie

Automatisierte Diagnose mit klinischen Biomarkern, OCT und OCT-Angiographie

27. Januar 2020

LOUISVILLE (Bier­mann) – Die Kombi­na­ti­on von klini­schen, demo­gra­fi­schen und bild­ge­ben­den Daten kann die auto­ma­ti­sier­te, compu­ter­ge­stütz­te Diagno­se einer nicht­pro­li­fe­ra­ti­ven diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie (NPDR) verbes­sern. Dies ist das Ergeb­nis einer retro­spek­ti­ven Studie, die an einem akade­mi­schen medi­zi­ni­schen Zentrum in den Verei­nig­ten Staa­ten durch­ge­führt wurde.

Einschluss­kri­te­ri­en waren ein Alter über 18 Jahre und die Diagno­se eines Diabe­tes melli­tus. 111 Pati­en­ten mit Typ-2-Diabe­tes wurden in die Studie einge­schlos­sen, 36 mit Diabe­tes melli­tus ohne DR, 53 mit milder NPDR und 22 mit mode­ra­ter NPDR.

Die opti­sche Kohä­renz­to­mo­gra­phie (OCT) sowie die OCT-Angio­gra­phie (OCT‑A) wurden durch­ge­führt und die Daten zu Alter, Geschlecht, Hyper­to­nie, Hyper­li­pi­dä­mie und Hämo­glo­bin A1c gesam­melt. Anschlie­ßend wurden maschi­nel­le Lern­tech­ni­ken einge­setzt. Aus jeder Schicht der OCT und jedem OCT-A-Plexus wurden auto­ma­tisch mehre­re patho­phy­sio­lo­gisch wich­ti­ge Merk­ma­le extra­hiert und mit klini­schen Daten zufäl­lig kombi­niert. Die Ergeb­nis­se aus diesem System wurden mit der klini­schen Eintei­lung der NPDR, dem Gold­stan­dard, verglichen.

Wurden durch das System nur die OCT-Bilder analy­siert, betrug die Genau­ig­keit der Diagno­se 76%, die Sensi­ti­vi­tät 85%, die Spezi­fi­tät 87% und die Area Under the Curve (AUC) 0,78. Wenn OCT- und OCT-A-Daten zusam­men analy­siert wurden, betrug die Genau­ig­keit 92%, die Sensi­ti­vi­tät 95%, die Spezi­fi­tät 98% und die AUC 0,92. Wurden alle Daten kombi­niert, erreich­te das System eine Genau­ig­keit von 96%, eine Sensi­ti­vi­tät von 100%, eine Spezi­fi­tät von 94% und eine AUC von 0,96.

(isch)

Autoren: Sandhu HS et al.
Korrespondenz: Harpal Sandhu; harpal.sandhu@louisville.edu.
Studie: Automated diagnosis of diabetic retinopathy using clinical biomarkers, optical coherence tomography (OCT), and OCT angiography
Quelle: Am J Ophthalmol 2020 Jan 23
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2020.01.016

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