Diabe­ti­sche Retinopathie

Assoziation mit hohem Asprosin-Spiegel ermittelt

11. April 2022

BATMAN (Bier­mann) – Bei Aspro­sin handelt es sich um ein Proteo­hor­mon, welches in den Gluko­se-Meta­bo­lis­mus eingreift, vermehrt bei einer Hypo­gly­kämie im weißen, subku­ta­nen Fett­ge­we­be synthe­ti­siert wird und in der Leber die Gluko­neo­ge­ne­se sowie die Glyko­geno­ly­se stimu­liert. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass der Serum­spie­gel von Aspro­sin bei Pati­en­ten mit Diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (DR) signi­fi­kant erhöht ist, zu einer Hyper­gly­kämie sowie einer Insu­lin­re­sis­tenz führt und ein Risi­ko­fak­tor für die Entwick­lung diabe­ti­scher Kompli­ka­tio­nen, insbe­son­de­re einer DR darstellt.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen im Zeit­raum Mai 2021 bis August 2021 insge­samt 21 Pati­en­ten mit DR, 21 Pati­en­ten mit Reti­no­pa­thie ande­rer Genese (Non-DR), 21 Pati­en­ten mit Typ-2-Diabe­tes ohne DR (T2DM) sowie 21 gesun­de Perso­nen (HC) in ihre Quer­schnitts­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe bestimm­te bei der Gesamt­ko­hor­te bioche­mi­sche Para­me­ter sowie die Serum­spie­gel von Aspro­sin, Inter­leu­kin (IL)-6 sowie den Tumor­ne­kro­se­fak­tor-Alpha (TNF‑α).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Werte vom Nüch­tern-Blut­zu­cker (FBG), dem HBA1c und dem Low-densi­ty-Lipo­pro­te­in (LDL) sowie der Wert des HOMA-Insu­lin­re­sis­tenz-Scores (HOMA-IR; Score zeigt Grad an Insu­lin­re­sis­tenz) sowohl in der DR-Gruppe als auch in der T2DM-Gruppe höher lagen als bei der Non-RD- und der HC-Gruppe.

Demge­gen­über erwies sich der mitt­le­re Aspro­sin-Wert im Serum bei den DR-Pati­en­ten als signi­fi­kant stär­ker gestei­gert (57,45 ng/ml; p=0,005) als in allen ande­ren Grup­pen (Non-DR [38,49 ng/ml; p=0,043], T2DM [28,22 ng/ml; p=0,01], HC [25,49 ng/ml; p=0,001]).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Wissen­schaft­ler, dass ein signi­fi­kant posi­ti­ver Zusam­men­hang zwischen dem Aspro­sin-Spie­gel und hohen Werten vom FBG und dem HBA1c sowie des HOMA-IR-Scores bestand.

Die Autoren resü­mie­ren, dass die Messung des Aspro­sin-Spie­gels im Serum von Diabe­ti­kern bei der Bestim­mung des Risi­kos für eine DR und ande­ren diabe­ti­schen Folge­er­kran­kun­gen hilf­reich sein kann. Zukünf­ti­ge Studi­en sind erfor­der­lich, um die Wirkung einer Aspro­sin-senken­den Thera­pie in Bezug auf diabe­ti­sche Kompli­ka­tio­nen zu untersuchen.

(tt)

Autoren: Atlı H et al.
Korrespondenz: Erhan Onalan; drakdeniz@msn.com
Studie: The relationship of serum asprosin level with diabetic and non-diabetic retinopathy
Quelle: Eur Rev Med Pharmacol Sci 2022; Mar;26(6):2117-2123.
Web: dx.doi.org/10.26355/eurrev_202203_28359

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