Diabe­ti­sche Retinopathie

Aderhautvaskularität korreliert negativ mit Schweregrad

20. April 2022

MAILAND (Bier­mann) – Die diabe­ti­sche Choro­ido­pa­thie schrei­tet insbe­son­de­re in der Makula mit einer Verschlech­te­rung der Diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie (DR) voran und ist am stärks­ten bei einer proli­fe­ra­ti­ven DR ausge­prägt. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Studie gekommen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 85 Pati­en­ten (151 Augen) mit Diabe­tes melli­tus in ihre Quer­schnitts­stu­die ein. Gemäß dem Diabe­tic Reti­no­pa­thy Seve­ri­ty Score (DRSS) bestand bei 41 Augen (27%) keine RD, bei 30 (20%) eine milde sowie bei 32 Augen (21%) eine mittel­schwe­re bis schwe­re NPDR und bei 48 Augen (32%) eine PDR. 74 Augen (49%) waren nicht thera­pi­e­na­iv und 77 (51%) therapienaiv.

Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te mithil­fe der Ultraweitwinkel(UWF)-Swept-Source-OCT (SS-OCT) den choro­ida­len Vasku­la­ri­täts­in­dex ([CVI]; Verhält­nis zwischen Lumen­flä­che [LCA] und Gesamt­flä­che der Ader­haut [TCA]) im nasa­len, tempo­ra­len sowie maku­lä­ren Segment (zentriert auf die Fovea). Mithil­fe von UWF-Pseu­do­far­ben-Fundus­auf­nah­men unter­such­te die Gruppe den Schwe­re­grad der DR und verglich diesen mithil­fe von linea­ren, gemisch­ten Model­len zwischen den verschie­de­nen Schwe­re­gra­den und Segmen­ten. Zusätz­lich wieder­hol­ten die Forschen­den die Messung des zentra­len CVI mithil­fe der Spec­tral Domain OCT (SD-OCT) und kalku­lier­ten den Inter­ob­ser­ver-Intra­klas­sen-Koef­fi­zi­en­ten (ICC) zwischen den Aufnah­men der SS-OCT und der SD-OCT.

Die Reti­no­lo­gen ermit­tel­ten, dass sich der CVI von der NPDR zur PDR signi­fi­kant stark verschlech­ter­te (p=0,03). Den deut­lichs­ten Rück­gang des CVI beob­ach­te­ten die Exper­ten im zentra­len Maku­la­seg­ment, während das nasale Segment am gerings­ten betrof­fen war (p=0,9). Des Weite­ren stell­ten die Forscher fest, dass die Über­ein­stim­mung zwischen den Ergeb­nis­sen der SS-OCT und der SD-OCT nur sehr mittel­mä­ßig ausfiel (ICC 0,5). Zwischen nicht thera­pi­e­nai­ven und thera­pi­e­nai­ven Augen bestand kein Unter­schied bezüg­lich der Ergebnisse.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass beim Vergleich von Befun­den verschie­de­ner bild­ge­ben­der Verfah­ren Vorsicht gebo­ten sei, da sie häufig subop­ti­mal übereinstimmen.

(tt)

Autoren: Nicolini N et al.
Korrespondenz: Maria Vittoria Cicinelli; cicinelli.mariavittoria@hsr.it
Studie: Assessment of Diabetic Choroidopathy Using Ultra-Widefield Optical Coherence Tomography
Quelle: Transl Vis Sci Technol 2022; Mar 2;11(3):35.
Web: dx.doi.org/10.1167/tvst.11.3.35

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