Cyto­me­ga­lie­vi­rus-asso­zi­ier­te ante­rio­re Uveitis

Klassifikationskriterien verbessern klinische und translationale Forschung

1. Juli 2021

BALTIMORE (Bier­mann) – Die Arbeits­grup­pe „Stan­dar­di­z­a­ti­on of Uvei­tis Nome­n­cla­tu­re“ (SUN) ist eine inter­na­tio­na­le Koope­ra­ti­on von Uvei­tis-Exper­ten, die mithil­fe des maschi­nel­len Lernens Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­ri­en für die häufigs­ten Uvei­tis­for­men entwi­ckelt haben, mit denen sich die verschie­de­nen Uvei­tis­for­men unter­schei­den lassen.

Die Wissen­schaft­ler sammel­ten Fälle von ante­rio­ren Uveiti­den (AU) mithil­fe eines stan­dar­di­sier­ten Algo­rith­mus in einer vorläu­fi­gen Daten­bank. Nach­fol­gend erstell­ten sie unter Verwen­dung forma­ler Konsens­tech­ni­ken eine endgül­ti­ge Daten­bank, in der Fälle, in denen die über­wie­gen­de Zustim­mung über die Diagno­se erzielt wurde, aufge­nom­men wurden. Die Forscher teil­ten die Fälle in einen Trai­nings- und einen Vali­die­rungs­satz auf. Sie verwen­de­ten das maschi­nel­le Lernen mithil­fe multi­no­mia­ler logis­ti­scher Regres­si­on für den Trai­nings­satz, um eine gerin­ge Anzahl an Krite­ri­en zu bestim­men, die die Fehl­klas­si­fi­ka­ti­ons­ra­te unter den AU verrin­ger­te. Die daraus resul­tie­ren­den Krite­ri­en wurden im Vali­die­rungs­satz geprüft.

Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te 1083 Fälle mit AU, einschließ­lich 89 Fälle mit Cyto­me­ga­lie­vi­rus (CMV)-bedingter AU.

Die Gesamt­ge­nau­ig­keit für die AU betrug 97,5% im Trai­nings­satz sowie 96,7% im Vali­die­rungs­satz (95%-KI 92,4–98,6).

Die Ophthal­mo­lo­gen ermit­tel­ten als wich­tigs­te Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­ri­en für die CMV-asso­zi­ier­te AU eine unila­te­ra­le vorde­re Uvei­tis mit posi­ti­ver Poly­me­ra­se­ket­ten­re­ak­ti­on (PCR) im Kammer­was­ser für die CMV-DNA.

Sie fanden jedoch keine klini­schen Befun­de als Krite­ri­en für die zuver­läs­si­ge Diagno­se der CMV-beding­ten AU.

Die Fehl­klas­si­fi­ka­ti­ons­ra­te für die CMV-beding­te AU betrug im Trai­nings­satz 1,3% und im Vali­die­rungs­satz 1,0%

Die Autoren resü­mie­ren, dass mithil­fe der neuen Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­ri­en geeig­ne­te krank­heits­spe­zi­fi­sche Ansät­ze mit gerin­ger Fehl­klas­si­fi­ka­ti­ons­ra­te für die Diagno­se der jewei­li­gen AU gelie­fert werden können, um eine siche­re Grund­la­ge für die zukünf­ti­ge klini­sche und trans­la­tio­na­le Forschung zu schaffen.

(tt)

Autoren: Standardization of Uveitis Nomenclature (SUN) Working Group
Korrespondenz: Douglas A. Jabs; djabs@jhmi.edu
Studie: Standardization of Uveitis Nomenclature (SUN) Working Group. Classification Criteria for Cytomegalovirus Anterior Uveitis
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Apr 9;228:89-95
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.060

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