Cyto­me­ga­lie-Retini­tis bei Pati­en­ten mit Non-Hodgkin-Lymphom

Wegen hoher Rezidivrate ist oft Langzeit-Therapie erforderlich

25. Oktober 2021

HYDERABAD (Bier­mann) – Die Cytomegalie(CMV)-Retinitis bei Pati­en­ten mit Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) verhält sich anders als die CMV-Retini­tis bei HIV-Pati­en­ten. Es zeigt sich gewöhn­lich das Bild einer indo­len­ten oder granu­lä­ren Retini­tis. Sie kann auch bei einer hohen Zahl an CD4-Lympho­zy­ten auftre­ten. Aufgrund des hohen Rezi­di­v­ri­si­kos nach Been­di­gung der Thera­pie sind eine länge­re Behand­lungs­dau­er über Monate und regel­mä­ßi­ge Fundus­kon­trol­len unbe­dingt erfor­der­lich. Dieses schrei­ben und empfeh­len die Autoren einer aktu­el­len Studie aus Indien.

In ihre retro­spek­ti­ve Über­sichts­ana­ly­se nahmen die Wissen­schaft­ler 4 Pati­en­ten (7 Augen) mit NHL und CMV-Retini­tis auf, die sich im Zeit­raum Juni 2017 bis Mai 2020 vorstell­ten. Die Arbeits­grup­pe analy­sier­te die klini­schen Befun­de, die Zahl der CD4-Lympho­zy­ten bei Erst­vor­stel­lung, die Dauer der Behand­lung sowie die Zeit bis zu einem Rezi­div nach Been­di­gung der Therapie.

Die Forscher ermit­tel­ten bei 3 Pati­en­ten eine CD4-Zahl >150 Zellen/mm3 (Norm­wert 500‑1200 Zellen/mm3). Bei keinem Pati­en­ten lag die CD4-Zahl <50 Zellen/mm3 (Grenz­wert für CMV-Retini­tis bei HIV). Als häufigs­te Beschwer­den gaben die Pati­en­ten Glas­kör­per-Floa­ter an, und alle Pati­en­ten wiesen (im Gegen­satz zu HIV-Pati­en­ten) eine Vitri­tis auf. Zusätz­lich zeigte sich bei 3 Pati­en­ten ein Vorderkammer-Reizzustand.

Des Weite­ren stell­ten die Reti­no­lo­gen als häufigs­te Form der CMV-Retini­tis eine granu­lä­re oder eine wenig aggres­si­ve Retini­tis (6 von 7 Augen, 1 Fall fulmi­na­te Form) fest.

Alle Pati­en­ten wurden zunächst mit intra­vit­rea­ler Ganci­clo­vir-Injek­ti­on (2,5mg/0,1 ml 2‑mal/Woche) oder oralem Valgan­ci­clo­vir (900 mg 2‑mal/d) für 3 Wochen behan­delt, wonach eine Erhal­tungs­the­ra­pie mit intra­vit­rea­lem Ganci­clo­vir 1‑mal/Woche oder oralem Valgan­ci­clo­vir 1‑mal/d begon­nen wurde.

Bei 2 Pati­en­ten traten im Mittel 33,8 Tage nach Thera­pie­be­en­di­gung Rezi­di­ve auf. 1 Pati­ent erlitt eine signi­fi­kan­te Myelo­sup­pres­si­on im Zusam­men­hang mit dem oralen Valgan­ci­clo­vir, weswe­gen auf intra­vit­rea­le Ganci­clo­vir-Injek­tio­nen gewech­selt wurde.

(tt)

Autoren: Reddy S et al.
Korrespondenz: Mudit Tyagi; drmudittyagi@gmail.com
Studie: Cytomegalovirus retinitis in patients of non-Hodgkin's lymphoma: clinical presentations and outcomes
Quelle: J Ophthalmic Inflamm Infect 2021; Oct 6;11(1):26.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12348-021-00257-z

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