Cyto­me­ga­lie-posi­ti­ves Posner-Schlossman-Syndrom

Hornhaut und retinale Nervenfaserschicht sind oftmals betroffen

1. März 2022

BERLIN (Bier­mann) – Das Cyto­me­ga­lie­vi­rus (CMV) aus der Fami­lie der Herpes­vi­ren wird häufig beim Posner-Schloss­man-Syndrom (PSS) nach­ge­wie­sen. Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit haben nun gezeigt, dass das CMV-posi­ti­ve PSS nicht nur zu einem stark erhöh­ten Augen­in­nen­druck (IOD), sondern häufig auch zu einer Verdün­nung der peri­pa­pil­lä­ren reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (pRNFL) sowie zu einer Abnah­me der kornea­len Endo­thel­zell­zahl (CEC) führt.

Laut den Forschen­den kann die Kombi­na­ti­on aus einer Kammer­was­ser­ana­ly­se, einer Über­wa­chung der pRNFL mithil­fe von OCT-Aufnah­men sowie einer Horn­hau­tendo­thel-Mikro­sko­pie hilf­reich bei Thera­pie­ent­schei­dun­gen sein.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 52 Patienten/Augen mit unila­te­rem PSS und posi­ti­vem Gold­mann-Witmer-Koef­fi­zi­en­ten  (Anti­kör­per­nach­weis im Serum und Kammer­was­ser) für CMV, die sich im Zeit­raum 2007 bis 2018 in der Augen­kli­nik der Chari­té-Univer­si­täts­me­di­zin (Berlin) vorstellten.

Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te die Anzahl an CEC, die Dicke der pRNFL, die Ader­haut­di­cke (CT) sowie klini­sche Befun­de und das thera­peu­ti­sche Vorge­hen. Das gesun­de Part­ner­au­ge diente als Kontrol­le. Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 32,8±28,3 Monate.

Die Forscher ermit­tel­ten einen maxi­ma­len IOD von 45±11 mmHg. Des Weite­ren zeigte sich im betrof­fe­nen Auge im Vergleich zum Kontrollau­ge eine signi­fi­kant gerin­ge­re Anzahl an CEC (2241,7±381,1 vs. 2529,4±351,9 Zellen/mm2; p=0,0004) sowie eine signi­fi­kant redu­zier­te Dicke der pRNFL (80,81±21,01 vs. 97,38±9,75 µm; p=0,0001).

Demge­gen­über beob­ach­te­ten die Reti­no­lo­gen keine signi­fi­kan­te Zunah­me der CT gegen­über dem Part­ner­au­ge (295,69±45,46 vs. 274,00±67,85 µm; p=0,156).

Die Exper­ten stell­ten zudem fest, dass 40 Pati­en­ten (76,9%) mit oralem Valgan­ci­clo­vir (VGC) und 2 Fälle topisch mit Ganci­clo­vir behan­delt wurden. 10 Pati­en­ten (19,2%) erhiel­ten keine anti­vi­ra­le Medi­ka­ti­on. Bei 8 Augen (15,4%) war eine Trabe­ku­lek­to­mie mit Mito­my­cin C erforderlich.

Nach Been­di­gung der oralen VGC-Thera­pie kam es bei 23 Pati­en­ten (57,5%) zu Rezidiven.

(tt)

Autoren: Lenglinger M et al.
Korrespondenz: Uwe Pleyer; uwe.pleyer@charite.de
Studie: Cytomegalovirus-Positive Posner-Schlossman Syndrome: Impact on Corneal Endothelial Cell Loss and Retinal Nerve Fiber Layer Thinning
Quelle: Am J Ophthalmol 2022; Jan 5;237:290-298.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.12.015

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