Cyto­me­ga­lie-beding­te Retini­tis bei HIV/AIDS-Pati­en­ten

Hohe Viruslast im Blut stellt Risikofaktor dar

6. Juli 2021

PEKING (Bier­mann)  Das humane Cyto­me­ga­lie­vi­rus (CMV) ist ein vira­ler Krank­heits­er­re­ger aus der Fami­lie der Herpes­vi­ren. Eine der häufigs­ten oppor­tu­nis­ti­schen Infek­tio­nen bei HIV/AIDS-Pati­en­ten stellt die CMV-Retini­tis dar. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass eine CMV-Virus­last im Blut mit einem Cut-Off-Wert von >4 log10 von hohem diagnos­ti­schem Wert ist und als ein wich­ti­ger sero­lo­gi­scher Prädik­tor für die CMV-Retini­tis bei HIV/AIDS-Pati­en­ten verwen­det werden kann, jedoch keine Infor­ma­tio­nen zu den klini­schen Befun­den der Retini­tis liefert. Regel­mä­ßi­ge ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen seien daher essen­zi­ell, so das Resü­mee der chine­si­schen Autoren.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 214 Pati­en­ten mit einer HIV-Infek­ti­on in die retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die auf. Bei allen Pati­en­ten wurde eine direk­te quan­ti­ta­ti­ve Messung des vira­len gene­ti­schen Mate­ri­als (CMV-DNA) mithil­fe der Poly­me­ra­se­ket­ten­re­ak­ti­on (PCR) im Blut durch­ge­führt, um die Virus­last zu bestim­men. Die Arbeits­grup­pe teilte die Pati­en­ten in 2 Grup­pen nach dem Vorhan­den­sein einer CMV-Retini­tis ein: Die CMV-Retini­tis-Gruppe bestand aus 65 Pati­en­ten (30,4%) und die Nicht-CMV-Retini­tis-Gruppe bilde­ten 149 Pati­en­ten (59,6 %). Bei der CMV-Retini­tis-Gruppe wurde zusätz­lich durch Vorder­kam­mer­punk­ti­on Kammer­was­ser entnom­men und mittels der CMV-DNA-PCR untersucht.

Mithil­fe eines logis­ti­schen Regres­si­ons­mo­dells über­prüf­ten die Exper­ten die Asso­zia­ti­on jeder Varia­blen mit der CMV-Retini­tis. Darüber hinaus verwen­de­ten sie die Spear­man-Korre­la­ti­on, um die Korre­la­ti­on zwischen der Blut- und der Kammer­was­ser-Virus­last abzuschätzen.

Die Ophthal­mo­lo­gen ermit­tel­ten als Haupt­ri­si­ko­fak­tor für das Auftre­ten einer CMV-Retini­tis die CMV-Belas­tung im Blut >4 log10 (OR 6,897; 95%-KI 2,813–16,910; p<0,001). Weiter­hin stell­ten sie fest, dass sich die Virus­last im Blut bei der Retini­tis-Gruppe im Anfangs­sta­di­um vor gegen­über während der Früh­pha­se der Thera­pie nicht signi­fi­kant unter­schied (p=0,066). Ebenso zeigte sich keine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on zwischen der Virus­last im Blut und im Kammer­was­ser (p=0,83; r=0,228).

(tt)

Autoren: Du KF et al.
Korrespondenz: Wen-Bin Wei; weiwenbintr@163.com
Studie: Cytomegalovirus Load Suggests Cytomegalovirus Retinitis in HIV/AIDS Patients: A Cross-Sectional Study
Quelle: Ocul Immunol Inflamm 2021; Jun 14;1-5.
Web: dx.doi.org/10.1080/09273948.2021.1905857

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