Cyto­me­ga­lie-beding­te Keratouveitis

Langfristige Therapie kann Rezidivrate verringern

11. Januar 2022

SINGAPUR (Bier­mann) – Die ante­rio­re Uvei­tis durch das Cyto­me­ga­lie­vi­rus (CMV) stellt die häufigs­te okulä­re Mani­fes­ta­ti­on bei immun­kom­pe­ten­ten Pati­en­ten dar. Die Schwie­rig­keit bei der Diagno­se­stel­lung der CMV-Uvei­tis kann den Beginn einer adäqua­ten Thera­pie verzö­gern und damit die Ergeb­nis­se beeinflussen.

Die Autoren eines aktu­el­len Reviews mit Meta­ana­ly­se haben nun eine Lite­ra­tur­re­cher­che durch­ge­führt, um die klini­schen Charak­te­ris­ti­ka zu über­prü­fen und die Behand­lungs­er­geb­nis­se bei ante­rio­rer CMV-Uvei­tis/En­do­the­lii­tis zu verglei­chen. Die Forscher selek­tier­ten 23 Studi­en, die klini­sche Merk­ma­le, Thera­pie­sche­ma­ta und Ergeb­nis­se beschrie­ben und >5 behan­del­te Augen umfassten.

Die Wissen­schaft­ler ermit­tel­ten, dass bei der akuten ante­rio­ren CMV-Uvei­tis in 95,31% der Fälle (95%-KI 90,45–98,60) ein hoher Augen­in­nen­druck (IOD) und bei 96,82% ein leich­ter Vorder­kam­mer-Reiz­zu­stand (Zellen <2+; 95%-KI 91,46–99,79) vorla­gen. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass etwa 2/3 der Augen mit CMV-Endo­the­lii­tis einen hohen IOD sowie münz­för­mi­ge Horn­haut­prä­zi­pi­ta­te aufwiesen.

Die akute ante­rio­re CMV-Uvei­tis sprach gut auf topi­sches Ganci­clo­vir (GCV)-0,15%-Gel (90% Ansprechra­te; 95%-KI 74–100) oder orales Valgan­ci­clo­vir ([VGCV]; 95% Ansprechra­te; 95%-KI 88–100) an. Zudem beob­ach­te­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass bei der chro­nisch ante­rio­ren CMV-Uvei­tis in etwa entspre­chend gute Ansprechra­ten bei topi­schem GCV und oralem VGCV vorla­gen. Ebenso liefer­ten bei der CMV-Endo­the­lii­tis höher dosier­tes topi­sches GCV‑0,5 bis 2,0% oder eine Kombi­na­ti­on aus topi­schem und oralem VGCV gute klini­sche Ergeb­nis­se. Demge­gen­über konsta­tier­ten die Forschen­den, dass es nach Been­di­gung der Erhal­tungs­the­ra­pie häufig zu einem Rezi­div kam.

Die Autoren resü­mie­ren, dass die topi­sche GCV-Thera­pie bei ante­rio­rer CMV-Uvei­tis zu einem opti­ma­len Ergeb­nis führt. Bei chro­ni­scher ante­rio­rer CMV-Uvei­tis/En­do­the­lii­tis sind erhöh­te Konzen­tra­tio­nen und Anwen­dungs­häu­fig­kei­ten erfor­der­lich. Insge­samt sind länge­re Induk­ti­ons- und Erhal­tungs­pha­sen der Wirk­stof­fe ratsam, um Rezi­di­ve zu vermeiden.

(tt)

Autoren: Nora RD et al.
Korrespondenz: Rupesh Agrawal; rupesh_agrawal@ttsh.com.sg
Studie: Clinical characteristics and treatment outcomes of Cytomegalovirus anterior uveitis and endotheliitis: a systematic review and meta-analysis
Quelle: Surv Ophthalmol 2021; Dec 23;S0039-6257(21)00225-3.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.survophthal.2021.12.006

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.