Cyto­me­ga­lie-beding­te Augen­er­kran­kun­gen bei Kindern

Risiko nach Stammzelltransplantation ist stark erhöht

25. August 2022

PALO ALTO (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit haben die Präva­lenz Cytomegalie(CMV)-bedingter Augen­er­kran­kun­gen bei Kindern mit CMV-Virä­mie unter­sucht und als wich­tigs­ten Risi­ko­fak­tor einen schwe­ren kombi­nier­ten Immun­de­fekt (SCID) nach Stamm­zell­trans­plan­ta­ti­on (SCT) detektiert.

In ihre retro­spek­ti­ve multi­zen­tri­sche Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler im Zeit­raum 2005 bis 2018 insge­samt 793 hospi­ta­li­sier­te Kinder aus 4 pädia­tri­schen Schwer­punkt­zen­tren ein, bei denen mittels einer Poly­me­ra­se­ket­ten­re­ak­ti­on (PCR) eine CMV-Virä­mie (>135 CMV-Kopien/ml) nach­ge­wie­sen wurde. Die Forschen­den legten als Haupt­ziel die Diagno­se einer CMV-beding­ten Augen­er­kran­kung fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 296 der 793 Kinder (37%) im Laufe der CMV-Virä­mie augen­ärzt­lich unter­sucht wurden. Die Exper­ten stell­ten des Weite­ren fest, dass 13 der 296 Pati­en­ten (4,4%) CMV-beding­te ophthal­mo­lo­gi­sche Erkran­kun­gen aufwie­sen, wobei nur 4 Kinder (30,7%) sympto­ma­tisch und 9 (69,3%) asym­pto­ma­tisch waren.

Die Ophthal­mo­lo­gen konsta­tier­ten bei diesen 13 Kindern, dass bei 2 Kindern eine konge­ni­ta­le CMV-Infek­ti­on vorlag, während 6 Fälle einen SCID nach SCT verzeich­ne­ten. Des Weite­ren litten 3 Kinder an einer mali­gnen häma­to­lo­gi­schen Erkran­kung, von denen in 2 Fällen eine SCT erfolgt war. Bei einem Kind trat ein Evans-Syndrom (Auto­an­ti­kör­per gegen Erythro- und Throm­bo­zy­ten) nach einer SCT auf, während bei einem weite­ren Kind aufgrund eines Medull­ob­las­toms eine Knochen­mark­trans­plan­ta­ti­on durch­ge­führt worden war.

Die ophthal­mo­lo­gi­schen Befun­den umfass­ten: Uvei­tis ante­rior (n=1), Papil­len­ödem (n=1), Retinitis/Blutungen mit subre­ti­na­len Läsio­nen, Abla­tio, Maku­la­ver­nar­bung und Fibro­se (n=11). Die Forschen­den iden­ti­fi­zier­ten mithil­fe des exak­ten Fisher-Tests in der univa­ria­ten Analy­se als einzi­gen unab­hän­gi­gen Risi­ko­fak­tor für eine okulä­re Betei­li­gung der CMV-Virä­mie den SCID-Status (p<0,001).

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend die Notwen­dig­keit einer einheit­li­chen Leit­li­nie für ein ophthal­mo­lo­gi­sches Scree­ning bei CMV-virä­mi­schen Pati­en­ten, insbe­son­de­re bei einem SCID nach einer SCT.

(tt)

Autoren: Mercado CL et al.
Korrespondenz: Euna B Koo; eunakoo@stanford.edu
Studie: Prevalence and Characteristics of Cytomegalovirus Ocular Disease in Children: A Multi-Center Study
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; Jul 8;16:2209-2217.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S364741

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