COVID-Maßnah­men

Auswirkungen auf die akute Ophthalmologie im Moorfields Eye Hospital

31. August 2020

LONDON (Bier­mann) – In einem Kommen­tar in der Zeit­schrift „Eye“ berich­ten Medi­zi­ner des Moor­fields Eye Hospi­tal NHS Foun­da­ti­on Trust in London (Groß­bri­tan­ni­en) von den Einflüs­sen, die Maßnah­men und Richt­li­ni­en gegen die Ausbrei­tung von SARS-CoV-2 auf die augen­ärzt­li­che Versor­gung in den insge­samt 26 Londo­ner Stand­or­ten der Orga­ni­sa­ti­on hatten. Zu Beginn der COVID-19-Pande­mie war beschlos­sen worden, dass vorerst nur noch Notfäl­le versorgt werden würden, die Augen­licht oder Leben des betrof­fe­nen Pati­en­ten akut bedro­hen.

Anders als erwar­tet war es in der Folge­zeit nicht zu einer drama­ti­schen Zunah­me der Pati­en­ten­zah­len in den Moor­fields-Einrich­tun­gen gekom­men, sondern zu einer signi­fi­kan­ten Reduk­ti­on dersel­ben. Hatte man vor dem Lock­down in den dorti­gen Notauf­nah­men noch durch­schnitt­lich 1900 Fälle pro Woche gese­hen, waren es während des Lock­down um >50% weni­ger.

Vor dem Beginn der COVID-19-Pande­mie waren 40% der Fälle in den Notauf­nah­men nicht als das Leben oder das Augen­licht bedro­hend ange­se­hen worden. Nach Einfüh­rung einer Triage bei Erst­kon­takt, gewis­ser­ma­ßen „an der Eingangs­tür“ (mit Unter­stüt­zung einer digi­ta­len Platt­form) hinge­gen bestand bei der Mehr­heit der Fälle poten­zi­ell das Risiko eines Verlus­tes des Augen­lichts. Trauma und schmerz­haf­te Erkran­kun­gen wie Horn­hau­tul­ce­ra und orbi­ta­le Zellu­li­tis wurden nach wie vor beob­ach­tet. Als besorg­nis­er­re­gend bezeich­nen die Autoren der Veröf­fent­li­chung, dass einige Erkran­kun­gen mit einer fort­ge­schrit­te­ne­ren oder schwe­re­ren Stadi­um einher­gin­gen, was darauf hindeu­te, dass den Arzt­kon­takt bzw. eine mögli­che COVID-19-Expo­si­ti­on so lange wie möglich vermie­den hatten.

Der Einsatz von Tele­me­di­zin bzw. digi­ta­le Konsul­ta­tio­nen erwie­sen sich als sehr erfolg­reich: Sie wurden in 57% der Fälle in Anspruch genom­men. Bei der Mehr­heit dieser Fälle handel­te es sich um gering­fü­gi­ge­re Leiden, die sich mittels Beru­hi­gung der Pati­en­ten bzw. Anlei­tung zur Selbst­ver­sor­gung versor­gen ließen.

(ac)

Autoren: Wickham L et al.
Korrespondenz: Louisa Wickham; moorfields.lwickham@nhs.net
Studie: The impact of COVID policies on acute ophthalmology services - experiences from Moorfields Eye Hospital NHS Foundation Trust
Quelle: Eye 2020;34:1189–1192.
Web: https://doi.org/10.1038/s41433-020-0957-2 

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