COVID-19-Vakzi­na­ti­on bei entzünd­lich-rheu­ma­ti­schen Erkrankungen

Immunsuppressiva können Immunogenität abschwächen

30. Juni 2021

TEL AVIV (Bier­mann)  Eine aktu­el­le Studie aus Israel hat gezeigt, dass der BNT162­b2-mRNA-Impf­stoff gegen SARS-CoV‑2 bei der Mehr­heit der Pati­en­ten mit entzünd­lich-rheu­ma­ti­schen Auto­im­mun­erkran­kun­gen (AIIRD) einen ausrei­chen­den Impf­schutz mit akzep­ta­blem Sicher­heits­pro­fil bietet. Die Autoren beto­nen jedoch, dass eine immun­sup­pres­si­ve Thera­pie mit einer signi­fi­kant herab­ge­setz­ten BNT162­b2-indu­zier­ten Immu­ni­tät asso­zi­iert sein kann.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 686 erwach­se­ne Pati­en­ten mit AIIRD in die multi­zen­tri­sche Beob­ach­tungs­stu­die auf, und unter­such­ten die Immu­no­ge­ni­tät und das Sicher­heits­pro­fil der Vakzi­ne (2 sepa­ra­te Dosen) im Vergleich zu 121 Kontrollpersonen.

Die Arbeits­grup­pe bestimm­te 2–6 Wochen nach der 2.Impfdosis die Serum-IgG-Anti­kör­per­spie­gel gegen SARS-CoV-2-Spike-S1/S2-Prote­ine. Sie defi­nier­ten Sero­po­si­ti­vi­tät als IgG ≥15 binden­de Anti­kör­per­ein­hei­ten (BAU)/ml.

Zusätz­lich beur­teil­ten die Forscher die Effek­ti­vi­tät und Sicher­heit der Vakzi­na­ti­on sowie die Krank­heits­ak­ti­vi­tät der AIIRD inner­halb von 6 Wochen nach der 2.Impfung.

Die Medi­zi­ner ermit­tel­ten nach der Impfung in der AIIRD-Gruppe eine signi­fi­kant gerin­ge­re Sero­po­si­ti­vi­täts­ra­te und S1/S2-IgG-Spie­gel im Vergleich zur Kontroll­grup­pe (86% [n=590] vs. 100%; p<0,0001 und 132,9 ±91,7 vs. 218,6 ±82,06 BAU/ml; p<0,0001).

Zu den Risi­ko­fak­to­ren für die redu­zier­te Immu­ni­tät zähl­ten das höhere Pati­en­ten­al­ter sowie die Thera­pie mit Corti­cos­te­ro­iden, Ritu­xi­mab, Myco­phe­no­lat-Mofetil und Abat­acept. Das lang­wirk­sa­me Ritu­xi­mab stell­te sich als Haupt­ri­si­ko­fak­tor für eine sero­ne­ga­ti­ve Immun­ant­wort (39% Sero­po­si­ti­vi­tät) heraus.

Nach der Impfung zeigte sich in der AIIRD-Gruppe kein Fall von COVID-19, in der Kontroll­grup­pe jedoch 1 Fall mit mildem Verlauf.

Zu den schwer­wie­gen­den uner­wünsch­ten Ereig­nis­sen in der AIIRD-Gruppe zähl­ten der Tod (n=2) mehre­re Wochen nach der 2.Impfung, ein nicht disse­mi­nier­ter Herpes Zoster (n=2) und eine Perikar­di­tis (n=1). Die Krank­heits­ak­ti­vi­tät der AIIRD blieb nach der Impfung bei den meis­ten Pati­en­ten stabil.

(tt)

Autoren: Furer V et al.
Korrespondenz: Victoria Furer; furer.rheum@gmail.com
Studie: Immunogenicity and safety of the BNT162b2 mRNA COVID-19 vaccine in adult patients with autoimmune inflammatory rheumatic diseases and in the general population: a multicentre study
Quelle:  Ann Rheum Dis 2021; Jun 14;annrheumdis-2021-220647.
Web: dx.doi.org/10.1136/annrheumdis-2021-220647

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