COVID-19 und Konjunktivitis

Kein häufiger Übertragungsweg, trotzdem Vorsicht walten lassen

7. Dezember 2020

ALICANTE (Bier­mann) – In einer aktu­el­len Arbeit haben deren Autoren die derzeit verfüg­ba­ren Erkennt­nis­se zu COVID-19 und den Auswir­kun­gen auf und den Mani­fes­ta­tio­nen am Auge sowohl bei Tieren als auch bei Menschen zusammengefasst.

So ergab die Über­prü­fung der Lite­ra­tur Hinwei­se darauf, dass bei Pati­en­ten mit schwe­rer COVID-19-Pneu­mo­nie häufig Augen­sym­pto­me auftre­ten und dass es möglich ist, das Virus aus dem Binde­haut­sack dieser Pati­en­ten zu isolieren.

Bei der Konjunk­ti­vi­tis hande­le es sich nicht um eine häufi­ge Mani­fes­ta­ti­on von COVID-19, doch könne der Kontakt mit infi­zier­ten Augen ein Über­tra­gungs­weg sein, schrei­ben die Wissen­schaft­ler. Folg­lich müss­ten Augen­ärz­te über geeig­ne­te Präven­ti­ons­stra­te­gien verfügen.

Dazu gehöre im Vorfeld von Unter­su­chungs­ter­mi­nen, dass die Pati­en­ten zum einen in drin­gen­de und nicht drin­gen­de Fälle unter­teilt werden und sich zum ande­ren nicht zu viele Pati­en­ten gleich­zei­tig in der Praxis aufhal­ten. Hier könne eine strik­te Termin­ko­or­di­na­ti­on helfen. Die Studi­en­au­toren empfeh­len außer­dem ein Triage-System, um solche Pati­en­ten zu iden­ti­fi­zie­ren, die an Fieber oder Atem­wegs­sym­pto­men und/oder einer akuten Konjunk­ti­vi­tis leiden oder sich kürz­lich in COVID-19-Risi­ko­ge­bie­ten aufge­hal­ten haben.

Während der Unter­su­chung von Pati­en­ten sollte ein Mund-Nasen-Schutz für solche Pati­en­ten bereit­ge­hal­ten werden, die selbst keine mitge­bracht haben. Pati­en­ten mit Konjunk­ti­vi­tis oder ähnli­chen Infek­tio­nen seien von ande­ren Pati­en­ten getrennt zu halten, empfeh­len die Verfas­ser. Die Autoren raten außer­dem, Pati­en­ten häufi­ger als 2‑mal auf SARS-CoV-2-RNA im Binde­haut­sack und in der Tränen­flüs­sig­keit zu testen.

Im Unter­su­chungs­raum soll­ten sich so wenige Perso­nen wie möglich aufhal­ten (1 Arzt, 1 Pati­ent). Ausnah­men stel­len Perso­nen dar, die Unter­stüt­zung benö­ti­gen, wie Sehbe­hin­der­te, Pati­en­ten mit einge­schränk­ter Fähig­keit zur Kommu­ni­ka­ti­on oder Klein­kin­der. Weite­re Maßnah­men zur Mini­mie­rung des Infek­ti­ons­ri­si­kos sind eine ausrei­chen­de Belüf­tung des Unter­su­chungs­rau­mes, eine Desin­fek­ti­on der Geräte nach jeder Unter­su­chung, eine Schu­lung des gesam­ten Perso­nals in Bezug auf die Infek­ti­ons­kon­trol­le, allge­mein Hygie­ne sowie Schutz­schil­de an Spalt­lam­pen und persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung für den Untersucher.

(ac)

Autoren: Amesty MA et al.
Korrespondenz: Jorge L. Alió; info@doctorjorgealio.com
Studie: COVID-19 Disease and Ophthalmology: An Update
Quelle: Ophthalmol Ther 2020;9(3):1-12.
Web: doi.org/10.1007/s40123-020-00260-y 

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