COVID-19

Modellierung der Pandemie-Auswirkungen auf die Leistung eines Retina-Zentrums

22. Juni 2021

BOSTON (Bier­mann) – COVID-19 stellt die Ophthal­mo­lo­gie als praxis­ori­en­tier­tes Spezi­al­ge­biet vor beson­de­re Heraus­for­de­run­gen. Als Reak­ti­on auf die COVID-19-Pande­mie nahmen daher die Ophthal­mo­lo­gen des Lahey Hospi­tal & Medi­cal Centers in Massa­chu­setts, USA, viele betrieb­li­che Ände­run­gen vor, um die Sicher­heit der Pati­en­ten und Ange­stell­ten zu erhö­hen und gleich­zei­tig den erfor­der­li­chen klini­schen Betrieb aufrecht­zu­er­hal­ten. Um die opera­ti­ve Leis­tung unter Bedin­gun­gen wieder anstei­gen­der Pati­en­ten­zah­len vorher­zu­sa­gen und den zukünf­ti­gen Betriebs­ab­lauf zu model­lie­ren, unter­such­te nun ein Team um Dr. David J. Ramsey, wie sich die während der Pande­mie­zeit ergrif­fe­nen Maßnah­men auf die Leis­tung und die Pati­en­ten­zu­frie­den­heit im Retina-Zentrum auswirk­ten. Die Autoren der Unter­su­chung konn­ten fest­stel­len, dass der Klinik­durch­satz als Reak­ti­on auf die COVID-19-Pande­mie opti­miert wurde. Die Model­lie­rung der klini­schen Verän­de­run­gen könn­ten helfen, mögli­che Volu­men­stei­ge­run­gen im Rahmen der durch COVID-19 vorge­ge­be­nen Grenz­wer­te zu planen, so ihr Resümee.

Für ihre Unter­su­chung extra­hier­ten die Autoren aus den elek­tro­ni­schen Kran­ken­ak­ten die Zeiten und demo­gra­fi­schen Daten der Kontak­te vom 15. März bis 15. Mai 2020 und vergli­chen diese mit dem glei­chen Zeit­raum im Jahr 2019, um den Pati­en­ten­fluss in der Klinik zu bewer­ten. Die Pati­en­ten­zu­frie­den­heit wurde mittels Pati­en­ten­be­fra­gun­gen (Press-Ganey pati­ent expe­ri­ence survey) bewer­tet, die von zufäl­lig ausge­wähl­ten ambu­lan­ten Begeg­nun­gen stamm­ten. Eine ereig­nis­ori­en­tier­te Simu­la­ti­on wurde entwi­ckelt, um den Klinik­be­trieb mit den Einschrän­kun­gen während COVID-19 zu model­lie­ren, und um die Betriebs­leis­tung unter Bedin­gun­gen stei­gen­der Pati­en­ten- und Behand­ler­zah­len zu bewerten.

Das Besuchs­vo­lu­men im Retina-Zentrum ging während des ausge­wer­te­ten COVID-19-Zeit­raums um 62% zurück, von 2647 auf 1015 Besu­che. Die durch­schnitt­li­che Zeit für den Check-in ging um 79% zurück, die Gesamt­ver­weil­dau­er um 46% und die Zeit in der Behand­lungs­pha­se um 53%. Die Pati­en­ten­zu­frie­den­heit bezüg­lich des Zugangs hat sich während des COVID-Zeit­raums im Vergleich zum Vorjahr fast verdop­pelt (p<0,0001), während die Zufrie­den­heit mit der allge­mei­nen Versor­gung und Sicher­heit in beiden Zeit­räu­men hoch blieb.

Das Modell mit COVID-bezo­ge­nen Ände­run­gen zeigte, dass die Warte­zeit bis zum Eintritt in einen Behand­lungs­raum ein ähnli­ches Niveau wie in der Zeit vor COVID erreich­te (mit 30 Pati­en­ten pro Behand­ler in einem 1‑Be­hand­ler-Modell und mit 25 Pati­en­ten pro Behand­ler in einem 2‑Be­hand­ler-Modell; p<0,001). Die Kapa­zi­tät, die Distanz zwischen den Pati­en­ten aufrecht­zu­er­hal­ten, wurde nur im 2‑Be­hand­ler-Modell über 25 Pati­en­ten pro Behand­ler überschritten.

(isch)

Autoren: Sethi K et al.
Kontakt: David Ramsey; David.J.Ramsey@lahey.org
Studie: Modeling the impact of COVID-19 on Retina Clinic Performance
Quelle: BMC Ophthalmol 2021 May 10;21(1):206.
Web: https://doi.org/10.1186/s12886-021-01955-x

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