COVID-19-Infek­ti­on bei Neuge­bo­re­nen

Nur geringe Ansteckungsrate und keine Augenbeteiligung zu verzeichnen

26. April 2021

SẴO PAULO (Bier­mann) Konge­ni­ta­le Virus­in­fek­tio­nen, die zu Augen­ano­ma­li­en führen können, sind häufig und verlau­fen oft schwer. Ophthal­mo­lo­gi­sche Mani­fes­ta­tio­nen bei COVID-19-posi­ti­ven Neuge­bo­re­nen sind noch nicht erforscht.

Eine aktu­el­le Studie hat nun eine sehr gerin­ge Rate an COVID-19-Infek­tio­nen bei Neuge­bo­re­nen von COVID-19-posi­ti­ven Müttern gefun­den, bei denen in keinem Fall okulä­re Verän­de­run­gen aufge­tre­ten waren.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 165 Neuge­bo­re­ne (Alters­be­reich bei der Unter­su­chung 1–18 Tage), die zwischen April und  Novem­ber 2020 in 3 verschie­de­nen Entbin­dungs­kli­ni­ken in Sẵo Paulo (Brasi­li­en) zur Welt gekom­men waren, in die nicht kontrol­lier­te Fall­stu­die auf. Die COVID-19-Diagno­se bei den Müttern und Neuge­bo­re­nen basier­te auf der Echt­zeit-Rever­sen-Tran­skrip­ta­se-Poly­me­ra­se-Ketten­re­ak­ti­on (RT-qPCR) mit Mate­ri­al aus einem Nasen-Rachen-Abstrich. Eine IgM-Testung wurde zusätz­lich bei den Müttern durch­ge­führt.

Neuge­bo­re­ne, bei denen Hinwei­se auf eine andere ange­bo­re­ne Infek­ti­on bestan­den, wurden von der Studie ausge­schlos­sen.

Alle Säug­lin­ge wurden ophthal­mo­lo­gisch und mithil­fe der indi­rek­ten Ophthal­mo­sko­pie unter­sucht.

123 (74,5%) Säug­lin­ge waren termin­ge­recht gebo­ren worden, und 42 (25,4%) Kinder waren Früh­ge­bur­ten. Die Schwan­ger­schafts­zeit der Mutter zum Zeit­punkt des posi­ti­ven COVID-19-Testes vari­ier­te zwischen der 1. und der 40. Schwan­ger­schafts­wo­che.

Die Exper­ten ermit­tel­ten bei 6 Neuge­bo­re­nen (3,6%) ein posi­ti­ves Ergeb­nis der RT-qPCR. 1 Neuge­bo­re­nes wurde inner­halb von 18 Tagen posi­tiv getes­tet (hori­zon­ta­le Über­tra­gung) und 5 Kinder zeig­ten am 1. Lebens­tag einen posi­ti­ven Test (mögli­che verti­ka­le Über­tra­gung). Bei keinem Neuge­bo­re­nen fanden sich Augen­ano­ma­li­en.

Hinsicht­lich expo­nier­ter Neuge­bo­re­nen mit nega­ti­ven Test­ergeb­nis­sen stell­ten die Forscher in 1 Fall eine venöse Konges­ti­on mit Tortuo­si­tas der Gefäße, bei 7 Säug­lin­gen intra­r­e­ti­na­le Blutun­gen sowie in 2 Fällen eine Früh­ge­bo­re­nen-Reti­no­pa­thie fest.

Die Autoren resü­mie­ren, dass die Ergeb­nis­se dieser unkon­trol­lier­ten Fall­se­rie durch kontrol­lier­te Studi­en veri­fi­ziert werden soll­ten.

(tt)

Autoren: Kiappe O et al.
Korrespondenz: Olivia Kiappe; oliviakiappe@hotmail.com
Studie: Ocular Assessments of a Series of Newborns Gestationally Exposed to Maternal COVID-19 Infection
Quelle: JAMA Ophthalmol 2021; Apr 7 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1001/jamaophthalmol.2021

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