COVID-19-Impf­stof­fe

Risiko akuter neurologischer Ereignisse ist tendenziell gering

29. Juli 2021

CHENGDU (Bier­mann)  Die effi­zi­en­tes­te Metho­de zur Been­di­gung der COVID-19-Pande­mie stellt die Immu­ni­sie­rung dar. Ange­sichts der Geschwin­dig­keit der Entwick­lung von COVID-19-Impf­stof­fen bestehen jedoch häufig Beden­ken hinsicht­lich der Sicher­heit, zumal es bei voran­ge­gan­ge­nen Impf­stof­fen gegen andere Viren der Verdacht auf impf­stoff­be­ding­te neuro­lo­gi­sche Erkran­kun­gen gab.

Die Autoren einer aktu­el­len Über­sichts­ar­beit aus China haben nun 11 Impf­stof­fe aus 4 COVID-19-Impf­stoff­klas­sen auf Arznei­mit­tel­si­cher­heit sowie Impf­stoff­wirk­sam­keit über­prüft, und sind zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass die aktu­el­le Evidenz auf ein gerin­ges Risiko für akute neuro­lo­gi­sche Störun­gen nach einer COVID-19-Impfung hindeutet.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine syste­ma­ti­sche Lite­ra­tur­re­cher­che in PubMed und medRxiv (Zeit­raum 1.1.2020–28.2.2021) durch, und such­ten in Google nach offi­zi­el­len Stel­lung­nah­men der Impf­stoff­her­stel­ler und der Arznei­mit­tel­be­hör­den. Das Ziel der Arbeit bestand darin, poten­zi­el­le neuro­lo­gi­sche uner­wünsch­te Ereig­nis­se der COVID-19-Impf­stof­fe zu ermitteln.

Von den selek­tier­ten 516.907 Studi­en über­prüf­ten nach­fol­gend 3 unab­hän­gi­ge Koau­toren 48 Studi­en im Detail.

Die analy­sier­ten 11 Impf­stof­fe zählen zu einer der folgen­den 4 Impf­stoff­klas­sen: Impf­stof­fe auf Basis von: 1. inak­ti­ven Viren, 2. nicht repli­zie­ren­den vira­len Vekto­ren, 3.  Lipidna­no­par­ti­kel-umhüll­ter Boten-RNA sowie 4. Proteinuntereinheiten.

Die Exper­ten stell­ten fest, dass nur bei 1 von den 11 COVID-19-Impf­stof­fen die Daten der Phase-III-Studie mit einer großen Stich­pro­ben­grö­ße bisher veröf­fent­licht wurden. Vorläu­fi­ge Ergeb­nis­se legen jedoch nahe, dass neuro­lo­gi­sche Ereig­nis­se selten sind. Bei dem vira­len Vektor­i­mpf­stoff kam es zu 3 Fällen trans­ver­ser Myelitis.

Fieber war bei allen Impf­stoff­klas­sen, insbe­son­de­re beim mRNA-Impf­stoff, eine der häufigs­ten Neben­wir­kun­gen. Die Autoren vermu­ten, dass dadurch die Schwel­le für einen epilep­ti­schen Anfall gesenkt werden könnte. Sie weisen des Weite­ren darauf hin, dass eine lang­fris­ti­ge Beob­ach­tung der Impf­stof­fe erfor­der­lich sei, um heraus­zu­fin­den, ob ein Impf­stoff neuro­lo­gi­sche Störun­gen verur­sa­chen oder auslö­sen kann, oder es zufäl­lig dazu kommt.

(tt)

Autoren: Lu L et al.
Korrespondenz: Josemir W. Sander; I.sander@ucl.ac.uk
Studie: The potential neurological effect of the COVID-19 vaccines: A review
Quelle: Acta Neurol Scand 2021; Jul;144(1):3-12.
Web: dx.doi.org/10.1111/ane.13417

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