COVID-19

Haben Brillenträger ein geringeres Infektionsrisiko?

24. September 2020

NANCHANG (Bier­mann) – In einer Kohor­ten­stu­die mit Pati­en­ten, die mit einer COVID-19-Erkran­kung in ein chine­si­sches Kran­ken­haus (Suiz­hou Zengdu Hospi­tal, Suiz­hou, Provinz Hubei) einge­lie­fert wurden, hat sich der Anteil derje­ni­gen, die über einen länge­ren Zeit­raum (>8 h/d) eine Brille trugen, als gerin­ger als in der Allge­mein­be­völ­ke­rung erwie­sen. Die Forscher deuten dies als Hinweis darauf, dass Bril­len­trä­ger mögli­cher­wei­se weni­ger anfäl­lig für COVID-19 sind.

Für die Studie wurden Daten zur Expo­si­ti­ons­ge­schich­te, zu klini­schen Sympto­men, Grund­er­kran­kun­gen, Dauer des Bril­len­tra­gens und Myopie­sta­tus erho­ben sowie der Anteil der Perso­nen in der Provinz Hubei mit Myopie, die eine Brille trugen. Perso­nen, die >8 Stun­den am Tag eine Brille trugen, wurden als Lang­zeit­trä­ger definiert.

Insge­samt wurden 276 Pati­en­ten mit COVID-19 in die Analy­se einge­schlos­sen. Von diesen waren 155 (56,2%) männ­lich, das Durch­schnitts­al­ter lag bei 51 Jahren (Inter­quar­til­be­reich [IQR] 41–58). Alle Pati­en­ten, die >8 h am Tag eine Brille trugen (n=16), litten an Myopie (5,8%; 95%-KI 3,04–8,55). Der Anteil der Perso­nen mit Myopie in der Provinz Hubei lag laut einer frühe­ren Studie bei 31,5% und somit viel höher als der Anteil der Pati­en­ten mit COVID-19, die in dieser Stich­pro­be eine Myopie aufwiesen.

(ac)

Autoren: Zeng W et al.
Korrespondenz: Yiping Wei; xujianjun3526@163.com
Studie: Association of Daily Wear of Eyeglasses With Susceptibility to Coronavirus Disease 2019 Infection
Quelle: JAMA Ophthalmol 16.09.2020
Web: dx.doi.org/10.1001/jamaophthalmol.2020.3906

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