COVID-19

Anekdotische Evidenz für eine Übertragung von SARS-CoV-2 über die Augenoberfläche

29. April 2020

HANGZHOU (Bier­mann) – Laut einer aktu­el­len Unter­su­chung sind Augen­sym­pto­me bei COVID-19-Erkran­kun­gen rela­tiv häufig und können kurz vor dem Auftre­ten von Atem­wegs­be­schwer­den auftre­ten. Die Daten einer kürz­lich veröf­fent­lich­ten Arbeit liefern anek­do­ti­sche Evidenz für eine Über­tra­gung von SARS-CoV‑2 über die Augenoberfläche.

In ande­ren Unter­su­chung sei SARS-CoV-2-RNA in Tränen­flüs­sig­keit und Binde­haut­pro­ben infi­zier­ter Perso­nen nach­ge­wie­sen worden, schrei­ben die Verfas­ser der aktu­el­len Arbeit. In weni­gen Fällen sei auch über eine Konjunk­ti­vi­tis berich­tet worden. Die Wissen­schaft­ler unter­such­ten nun Augen-Sympto­me und ‑Tropis­mus von SARS-CoV‑2 bei einer Gruppe von Pati­en­ten mit COVID-19-Erkrankung.

Die Wissen­schaft­ler rekru­tier­ten 56 mit SARS-CoV‑2 infi­zier­te Pati­en­ten für ihre Studie und sammel­ten rele­van­te Daten aus deren elek­tro­ni­schen Pati­en­ten­ak­ten. Anga­ben zur Augen­ana­mne­se und zu Augen­sym­pto­men mach­ten die Proban­den selbst. Der Ocular Surface Dise­a­se Index (OSDI) und der Salis­bu­ry Eye Evalua­ti­on Ques­ti­onn­aire (SEEQ) wurden verwen­det, um den Zustand der Augen­ober­flä­che vor und nach dem Ausbruch der COVID-19-Erkran­kung zu bewerten.

Pati­en­ten, die als schwe­re COVID-19-Fälle einge­stuft wurden, hatten im Vergleich zu Fällen mit leich­ter Erkran­kung eine höhere Wahr­schein­lich­keit für Hyper­to­nie (p=0,035). In Wuhan hatten sich 13 der 56 Proban­den infi­ziert (23%), eine ambu­lant erwor­be­ne Infek­ti­on hatten 32 Pati­en­ten (57%) und bei 10 (18%) war der Ursprung der Infek­ti­on unbe­kannt. Bei einem Pati­en­ten (2%) handel­te es sich um einen Arzt, der sich die Infek­ti­on wahr­schein­lich bei einem Pati­en­ten mit bestä­tig­ter COVID-19-Erkran­kung zuge­zo­gen hatte. Vorsichts­hal­ber Gesichts­mas­ken trugen beim Kontakt mit bestä­tig­ten Pati­en­ten 3 Proban­den. Bei 15 Pati­en­ten (27%) zeig­ten sich verschlim­mer­te Augen­sym­pto­me; 6 von diesen (11%) hatten vor Ausbruch der COVID-19-Erkran­kung prodroma­le Augen­sym­pto­me gehabt.

Die Unter­schie­de in den Durch­schnitts­wer­ten des OSDI und des SEEQ zum Zeit­punkt vor und nach dem Einset­zen von COVID-19 waren alle signi­fi­kant (p<0,05 für beide).

(ac)

Autoren: Hong N et al.
Korrespondenz: Wei Han; hanweidr@hotmail.com
Studie: Evaluation of ocular symptoms and tropism of SARS-CoV-2 in patients confirmed with COVID-19
Quelle: Acta Ophthalmol 2020 26. April (Epub ahead of Print)
Web: dx.doi.org/10.1111/aos.14445

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