Corti­cos­te­ro­id-Respon­se nach intra­vit­rea­len Injektionen

Studie präsentiert Inzidenz und Risikofaktoren

17. Mai 2022

CHENNAI (Bier­mann) – Den Autoren einer aktu­el­len Studie zufol­ge entwi­ckeln Pati­en­ten, die mit intra­vit­rea­lem Triamci­no­lo­na­ce­tonid (TA) behan­delt werden, zu einem frühe­ren post­ope­ra­ti­ven Zeit­punkt und in größe­rem Ausmaß eine Erhö­hung (OHT) des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) im Vergleich zu denje­ni­gen, bei denen ein Dexa­me­tha­son (DEX)-Implantat intra­vit­re­al verab­reicht wird. Gemäß den Forschen­den stellt dabei die Myopie einen wich­ti­gen Risi­ko­fak­tor dar.

Im Rahmen ihrer retro­spek­ti­ven Vergleichs­stu­die über­prüf­ten die Wissen­schaft­ler medi­zi­ni­sche Unter­la­gen zu 897 Pati­en­ten (1075 Augen), bei denen insge­samt 1549 intra­vit­rea­le Injek­tio­nen (IVI) mit TA oder DEX erfolgten.

Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te den IOD über einen Zeit­raum von 6 Mona­ten post­ope­ra­tiv, und defi­nier­te eine Corti­cos­te­ro­id-Respon­se (SR) als einen IOD ≥21 mmHg bzw. einen NR als einen IOD ≤20 mmHg.

Ausge­schlos­sen wurden Pati­en­ten mit vermu­te­tem oder diagnos­ti­zier­tem Glau­kom, Pati­en­ten mit Uvei­tis oder nach Trauma sowie Pati­en­ten, bei denen die Follow-up-Zeit <1 Monat lag.

Die Gruppe analy­sier­te außer­dem die Inzi­denz, den zeit­li­chen Beginn und die Höhe des IOD-Anstiegs sowie die erfolg­ten Gegen­maß­nah­men. Zusätz­lich wurden okulä­re und syste­mi­sche Fakto­ren eruiert, die poten­zi­ell mit der OHT-Inzi­denz asso­zi­iert waren.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 28% der mit TA und 17% der mit DEX behan­del­ten Augen einen OHT entwi­ckel­ten. Die Exper­ten stell­ten des Weite­ren fest, dass 41% der TA-Augen bereits am 1. post­ope­ra­ti­ven Tag einen SR aufwie­sen, während sich dieser bei 50% der DEX-Augen erst nach 1 Monat zeigte. Der IOD-Anstieg war in der TA-Gruppe schwer­wie­gen­der (>30 mmHg) als in der DEX-Gruppe (p=0,006). Bei 6% der TA-SR-Augen war aufgrund eines medi­ka­men­tös nicht kontrol­lier­ba­ren IOD eine Trabe­ku­lek­to­mie erforderlich.

Die Glau­kom­spe­zia­lis­ten konsta­tier­ten zudem, dass bei Männern und Pati­en­ten im Alter von >40 Jahren ein erhöh­tes Risiko für einen SR bestand. Myopie stell­te einen Risi­ko­fak­tor dar, während sich Diabe­tes melli­tus und Hyper­cho­le­ste­rin­ämie als eher protek­tiv erwiesen.

(tt)

Autoren: Badrinarayanan L et al.
Korrespondenz: Sailaja V Elchuri; sailaja.elchuri@gmail.com
Studie: Incidence, risk factors, treatment and outcome of ocular hypertension following intravitreal steroid injections: A comparative study
Quelle: Ophthalmologica 2022; Apr 25 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1159/000522504

 

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