Corti­cos­te­ro­id-Respon­se bei Kindern

Auch bei lokaler Applikation sollte der Augeninnendruck kontrolliert werden

28. Juli 2022

IZMIR (Bier­mann) – Einer aktu­el­len Studie zufol­ge entwi­ckeln Kinder nach Verwen­dung topi­scher Corti­cos­te­ro­ide oftmals eine okulä­re Hyper­ten­si­on im Sinne eines Corti­cos­te­ro­id-Respon­se. Die Autoren der Arbeit empfeh­len daher insbe­son­de­re bei diesem pädia­tri­schen Kollek­tiv eine inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit zwischen ande­ren Fach­dis­zi­pli­nen und Ophthal­mo­lo­gen, um den Augen­in­nen­druck (IOD) sowie den Sehner­ven­kopf kontrol­lie­ren zu lassen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 62 Kinder/rechte Augen (mitt­le­res Alter 8,55±3,14 Jahre, Mädchen:Jungen-Verhältnis 29:33), bei denen aufgrund einer aller­gi­schen Rhini­tis das erste Mal das stark wirk­sa­me Corti­cos­te­ro­id Mome­ta­son­fu­roat für die intra­na­sa­le Spray-Appli­ka­ti­on (INMF) ordi­niert wurde, in ihre Studie ein. Kinder mit ande­ren ophthal­mo­lo­gi­schen Erkran­kun­gen, außer Refrak­ti­ons­feh­lern, wurden ausge­schlos­sen. Die Arbeits­grup­pe führte eine voll­stän­di­ge augen­ärzt­li­che Unter­su­chung, einschließ­lich einer IOD-Messung mithil­fe des Hand-Applana­ti­ons-Tono­me­ter­ge­rä­tes Tonopen XL vor der Behand­lung bzw. nach 1 und 6 Wochen durch. Zusätz­lich analy­sier­ten und evalu­ier­ten die Forschen­den Para­me­ter in Bezug auf die demo­gra­fi­schen Merk­ma­le sowie die ophthal­mo­lo­gi­schen Befunde.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die mitt­le­re best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe 0,05±0,08 logMAR (dezi­mal >1,0) betrug. Im Rahmen der Fundus­ko­pie zeigte sich, dass bei 12 Augen (19,4%) eine vergrö­ßer­te Cup/­Disk-Ratio bestand. Zudem fiel die Fami­li­en­ana­mne­se für ein Glau­kom bei 13 Kindern (21,0%) posi­tiv aus. Des Weite­ren stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen fest, dass der mitt­le­re IOD vor der INMF-Thera­pie bei 17,1±2,3 mmHg lag, sich in Woche 1 auf 18,2±2,0 mmHg stei­ger­te und in Woche 6 einen Wert von 17,3±2,1 mmHg annahm (p<0,001). Darüber hinaus konsta­tier­ten die Exper­ten, dass Kinder mit posi­ti­ver Glau­kom­a­na­mne­se in der Fami­lie sowohl in Woche 1 als auch in Woche 6 einen signi­fi­kan­ten IOD-Anstieg verzeich­ne­ten (p<0,001 und p=0,003). Glei­cher­ma­ßen wiesen Kinder mit auffäl­li­ger Papil­len­ex­ka­va­ti­on einen signi­fi­kant erhöh­ten IOD bei der 1. Nach­kon­trol­le auf (p=0,044).

(tt)

Autoren: Ozturk T et al.
Korrespondenz: Taylan Ozturk; ataylan6@yahoo.com
Studie: The short-term effects of intranasal steroids on intraocular pressure in pediatric population
Quelle: Int Ophthalmol 2022; Jul 12 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s10792-022-02402-6

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