Cornea­les Crosslinking

Entwicklungsverzögerte Kinder in Vollnarkose gut behandelbar

7. Juli 2020

SAN FRANCISCO (Bier­mann) – Kali­for­ni­sche Augen­ärz­te analy­sier­ten in einer retro­spek­ti­ven Fall­se­rie den Verlauf des Kera­to­ko­nus bei Kindern mit und ohne Entwick­lungs­ver­zö­ge­rung. Die Kinder waren zwischen Januar 2018 und April 2019 in Voll­nar­ko­se mittels cornea­lem Cross­lin­king versorgt worden. Beur­teilt wurden unter ande­rem Kompli­ka­tio­nen bei Anäs­the­sie oder Behand­lung, der post­ope­ra­ti­ve best­kor­ri­gier­te Visus (BCVA), Kerato­me­ter­wer­te (K) und Berich­te der Erzie­hungs­be­rech­tig­ten über das Reiben der Augen.

Analy­siert wurden die Akten von neun Pati­en­ten (14 Augen), von denen sechs Kinder (66,7%) als entwick­lungs­ver­zö­gert einge­stuft wurden. Schon bei Base­li­ne-Unter­su­chung wurde durch Ange­hö­ri­ge über häufi­ges Augen­rei­ben berich­tet. Im Vergleich zu nicht entwick­lungs­ver­zö­ger­ten Kindern wurde bei entwick­lungs­ver­zö­ger­ten Kindern die Diagno­se Kera­to­ko­nus später gestellt und die Thera­pie später einge­lei­tet (16,0 Jahre bzw. 13,9 Jahre). Auch die Zeit zwischen Diagno­se und Cross­lin­king (20,7 bzw. 8,8 Wochen) war bei entwick­lungs­ver­zö­ger­ten Kindern länger. Auch war der BCVA gerin­ger (20/7 bzw. 20/40) und es fanden sich häufi­ger Horn­haut­nar­ben (75,0% bzw. 33,3%). Zudem wurden bei entwick­lungs­ver­zö­ger­ten Kindern stei­le­re Horn­haut­ra­di­en gemes­sen (54,0 bzw. 50,9 dpt.). Schon bei Base­li­ne-Unter­su­chung bestand ein einsei­ti­ger Visus­ver­lust (50,0% bzw. 0,0%). Alle diese Unter­schie­de erwie­sen sich jedoch nicht als statis­tisch signifikant.

Kompli­ka­tio­nen traten weder in Bezug auf die Narko­se noch in Bezug auf den Eingriff auf. Sechs Monate post­ope­ra­tiv waren BCVA und Horn­haut­ra­di­en stabil ohne klinisch oder statis­tisch signi­fi­kan­te Verän­de­run­gen in den einzel­nen Messun­gen. Acht Pati­en­ten verrin­ger­ten oder stopp­ten das Augen­rei­ben postoperativ.

Das cornea­le Cross­lin­king könne somit als effek­ti­ve und siche­re Proze­dur auch bei entwick­lungs­ver­zö­ger­ten Kindern ange­se­hen werden, bei denen eine Voll­nar­ko­se benö­tigt werde, da unter Lokal­an­äs­the­sie keine ausrei­chen­de Mitar­beit zu erwar­ten sei, so die Autoren.
(ak)

Autoren: Ahmad TR et al.
Korrespondenz: Maanasa.Indaram@ucsf.edu
Studie: Corneal Collagen Cross-Linking Under General Anesthesia for Pediatric Patients With Keratoconus and Developmental Delay
Quelle: Cornea. 2020 May;39(5):546-551.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002197

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