Cornea­le Dystrophien

Bei seitendifferentem Astigmatismus bei Kindern auch an Hornhautdystrophien denken

19. Juli 2022

BOSTON (Bier­mann) – Eine poste­rio­re poly­mor­phe cornea­le Dystro­phie (engl.: poste­rior poly­mor­phous corne­al dystro­phy, PPCD) kann sich bereits im frühen Kindes­al­ter mit einem Astig­ma­tis­mus und daraus resul­tie­ren­der aniso­me­tro­per Ambly­o­pie mani­fes­tie­ren. Eine genaue Spalt­lam­pen­un­ter­su­chung bei Kindern mit seiten­dif­fe­ren­tem Astig­ma­tis­mus ist notwen­dig, um eine mögli­che PPCD zu diagnos­ti­zie­ren. Im Gegen­satz zur Erkran­kung bei Erwach­se­nen mani­fes­tiert sich die Erkran­kung bei Kindern oft unila­te­ral, weshalb zur Verrin­ge­rung der Ambly­o­pie­ge­fahr regel­mä­ßi­ge Kontrol­len erfol­gen sollten.

Zu diesem Ergeb­nis kommt eine ameri­ka­ni­sche retro­spek­ti­ve Fall­se­rie, welche alle Pati­en­ten mit PPCD einschloss, die am Boston Children´s Hospi­tal zwischen 1999 und 2020 diagnos­ti­ziert wurden. Die analy­sier­ten Daten schlos­sen das Alter bei Erst­dia­gno­se, Spalt­lam­pen­be­fun­de, die Refrak­ti­on in Zyklo­ple­gie, den best­kor­ri­gier­ten Visus, die zentra­le Horn­haut­di­cke, die Horn­haut­to­po­gra­phie und die Spie­gel-Mikro­sko­pie ein, soweit diese durch­ge­führt und doku­men­tiert worden waren.
In die Studie konn­ten 27 Augen von 19 Pati­en­ten einge­schlos­sen werden. Davon wiesen 11 Pati­en­ten eine unila­te­ra­le und 8 Pati­en­ten eine bila­te­ra­le PPCD auf. Zehn Pati­en­ten waren Mädchen (52,6%). Bei 14 Augen war das linke Auge betrof­fen. Das mitt­le­re Alter bei Erst­dia­gno­se lag bei 8,5 +/- 3,3 Jahren. Die durch­schnitt­li­che Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 5,3 Jahre.

Bei einsei­ti­ger Erkran­kung fand sich eine statis­tisch signi­fi­kan­te Diffe­renz in Endo­thel­zell­dich­te (P = 0,01), koef­fi­zi­en­ter Varia­ti­on (P = 0,03) und Hexa­go­na­li­tät (P = 0,01) zwischen betrof­fe­nem und nicht betrof­fe­nem Auge. Der mitt­le­re best­kor­ri­gier­te Visus bei Erst­vor­stel­lung lag am betrof­fe­nen Auge bei 0,8 +/- 0,2 vergli­chen mit 0,9 +/- 0,08 am nicht betrof­fe­nen Auge (P = 0,04). Der mitt­le­re Astig­ma­tis­mus war am betrof­fe­nen Auge mit +1,7 dpt. höher als am nicht betrof­fe­nen Auge mit +1,0 dpt. (P = 0,07). Bei Erst­vor­stel­lung wiesen sieben von 27 Augen bereits eine Ambly­o­pie auf, welche sich voll­stän­dig oder zumin­dest teil­wei­se unter Thera­pie besser­te. (ak)

Autoren: Elhusseiny A et al.
Korrespondenz: HajirahSaeed@meei.harvard.edu
Studie: Posterior Polymorphous Corneal Dystrophy in a Pediatric Population
Quelle: Cornea. 2022 Jun 1;41(6):734-739.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002847

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.